Kann faire, vegane und ökologische Unterwäsche sexy sein?

Vor einiger Zeit hatte ich die große Freude, die inspirierende Franzi kennenzulernen, die sich mit moralisches-angebot.de, einem Online-Shop für faire, vegane und ökologische Unterwäsche und Accessoires, selbstständig gemacht hat. Bis dahin hatte ich – zugegeben – noch nie darüber nachgedacht, dass ein nachhaltiges Leben auch bedeuten sollte, sogar beim Kauf von Unterwäsche genauer hinzuschauen. Klassischer Fall von „aus den Augen, aus dem Sinn“ würde ich sagen.

Dabei ist Unterwäsche echt ein Knackpunkt, wie mir Franzi erklärte, weil es das Produkt ist, das man einfach nicht gebraucht kauft. Alles andere geht und es ist natürlich am besten, wenn nichts neu produziert wird, aber Unterwäsche braucht man immer frisch.“ Oder wie sie auf ihrer Seite schreibt:

Wir haben hier einen Bedarf… denn auch Hardcore-Ökos kaufen i. d. R. keine gebrauchten Schlüpfer 😉

Recht hat sie!

Und was kann die nachhaltige Unterwäsche?

Und so kam es, dass ich mal durch ihren Shop stöberte. Ich gebe zu, im ersten Moment fand ich das, was ich da sah, recht teuer. So gut mir die Idee gefiel, die Unterwäschepreise von H&M gewohnt, musste ich schon schlucken, als ich sah, dass einzelne Slips hier preislich zwischen 14 und 40 Euro liegen. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr leuchtete mir auch hier wieder das Konzept Qualität vor Quantität ein.

Alle Textitlien, die man bei moralisches-angebot.de bestellen kann, bestehen aus veganen, nachwachsenden, kontrolliert biologisch angebauten Naturfasern oder aus recycelten bzw. wiederverwerteten Reststoffen und sind pestizidfrei. Dabei muss die Produktion so regional wie möglich erfolgen, um lange Transportwege zu vermeiden und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Mehr darüber lest ihr auf moralisches-angebot.de unter „Antrieb“.

Dass das alles seinen Preis hat – das kann ich total verstehen. Zumal die qualitativ hochwertigen Stücke garantiert länger halten als alles, was man bei H&M und Co. kaufen kann.

Muffiges Öko-Image? Absolut NICHT!

Und das Beste: Die Wäsche hat absolut nichts mit dem muffigen Öko-Image gemein, an das man im ersten Moment vielleicht denken würde. Langweilige Oma-Schlüpfer? Fehlanzeige! Tatsächlich sind einige der Teile extrem sexy. Der Anekdot Bow Hi oder die Anekdodt Knickers zum Beispiel. Ich war überrascht, denn das hätte ich von nachhaltiger Unterwäsche echt nicht erwartet. Also habe ich den Test gemacht und mir ein paar Teile bestellt.

Und ich war wirklich begeistert: Das ging schon los, als ich den Briefumschlag mit der Lieferung aus dem Briefkasten fischte. Genau: Schon hier wird an Verpackung gespart. Wozu ein Paket packen, wenn ein Briefumschlag vollkommen ausreicht? Ist der liebevoll mit Stempeln dekorierte Briefumschlag einmal geöffnet, geht es verpackungsfrei weiter: Die Stücke sind einfach in dünnes Papier (natürlich recycelt!) eingewickelt. Das sieht zugleich edel aus und spart Plastikverpackung. Toll, endlich mal ein rundum durchdachtes Konzept! Es gibt nur weniges, was mich so sehr ärgert, wie nachhaltige Produkte, die in Plastik verpackt werden.

Die Stoffe selbst fühlen sich übrigens hinreißend an, ganz weich und anschmiegsam, einfach so, als würde man sich etwas wirklich Gutes tun. Und ein süßes Goodie gab es noch dazu: die weltweit ersten fairen Haargummis aus Bio-Baumwolle von Degree Clothing. Auch darüber, dass meine Haargummis nicht fair sind, habe ich mir ehrlicherweise noch nie Gedanken gemacht. Also vielen herzlichen Dank dafür!

Für mich ein rundum gelungener Test, der einen weiteren Aspekt meines Lebens ein bisschen nachhaltiger macht.

*Disclaimer: Dieser Artikel spiegelt nur meine persönliche Meinung wider und ist nicht Teil einer Kooperation – weder bezahlt noch unbezahlt. Alle Produkte habe ich zum vollen Preis selbst erstanden.*

Lesetipp: Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Zugegeben: Richtig einkaufen – in der richtigen Menge, sodass alles verbraucht werden kann – ist auch bei mir noch eine Großbaustelle. Ich bemühe mich sehr darum, ertappe mich aber immer wieder dabei, wie ich dann doch hungrig und ohne Einkaufszettel losgezogen bin, um einfach irgendwas zu kaufen. Oder wie plötzlich eine Verabredung dazwischen kommt, obwohl ich für das Abendessen bereits geplant und eingekauft habe.

Ich versuche aber, jeden Tag besser zu werden – und freue mich deshalb sehr über dieses lesenswerte Stück von Krautreporter, das Alternativen und tolle Projekte auflistet, die der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen. Besonders spannend: die Liste am Ende.

Ihr könnt den Artikel in den nächsten 24 Stunden ohne Bezahlschranke lesen. Wer ihn nicht öffnen kann, schreibt gerne einen Kommentar drunter. 🙂

Habt ihr noch Tipps, die euch helfen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen?

Der perfekte Deal – oder Das Wochenmarkt-Idyll

Ich liebe es ja, auf meinem Wochenmarkt einzukaufen! Als wir vor einigen Jahren hierher zogen, konnte ich es kaum fassen, dass in Laufnähe jede Woche ein Markt stattfinden würde. Ich dachte, ich würde dann jede Woche mit dem Körbchen über dem Arm über den Markt spazieren, hierhin und dorthin grüßen und auf meiner Schulter säßen ein paar Spatzen, die eine Disney-Melodie trällern würden.

Jetzt, Jahre später, fehlen zwar die Spatzen und das Körbchen, aber tatsächlich kenne ich inzwischen die jungen Gemüsehändler, die Frauen vom Bio-Hof und das Blumenhändler-Paar. Man plaudert ein bisschen, ich lasse mich beraten, wir tauschen Erfahrungen aus. Es ist ein Wochenmarkt-Idyll, wie es im Buche steht – und der Ort für den perfekten Deal!

Win-Win-Situation auf dem Wochenmarkt

Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber sie hat mich letzte Woche wieder mal so beflügelt, dass ich davon erzählen möchte. Denn: Diese Win-Win-Situation ist so makellos, dass man sie einrahmen möchte.

Seit Längerem schon sammle ich (saubere!) Eierkartons, anstatt sie wegzuwerfen, nachdem ich die Eier in den Kühlschrank sortiert habe. Und dann, alle paar Monate mal, bringe ich einen großen Beutel voll mit Eierkartons zum Markt und gebe sie am Gemüsestand ab. Dort werden die Kartons sofort in den Bestand überführt und für die nächste Ladung Eier verwendet, die verkauft wird.

Ich habe also keinen Müll produziert, die Eierkartons werden ein zweites und drittes Mal genutzt (denn ich bin bei Weitem nicht die Einzige, die das tut) und die Gemüsehändler müssen für ihre Eier keine neue Kartons einkaufen. Perfekt, oder?

Weltverbesserei 2.0(18) – meine Vorsätze fürs neue Jahr

Es gibt echt Dinge, die brauch keiner. Die mag auch keiner. Motiviert begonnene Blogs zum Beispiel, die dann plötzlich brach liegen. Ja, ich bekenne mich schuldig. Kurz vor Weihnachten war echt die Luft raus. An Lust und Motivation hat es nicht gefehlt, aufraffen konnte ich mich leider trotzdem nicht. Aber so ein Blog soll ja Freude machen und nicht nur Verpflichtung sein. Deshalb geht es also erst jetzt weiter. Aber das wirklich voll motiviert.

Ich möchte eine kleine Bestandsaufnahme machen. Wobei, so klein soll sie eigentlich gar nicht werden. Mein Ziel: Einmal schauen, was in Sachen Nachhaltigkeit bei mir schon ganz gut läuft – und wo es noch Verbesserungspotential gibt. Und dann diese Punkte im Jahr 2018 ganz gezielt angehen. Ich hoffe, ihr seid dabei.

In Über mich habe ich mein Ziel einmal so definiert: „mein Leben Schritt für Schritt umstellen, weniger Müll produzieren und mehr Wert auf faire Produktionsbedingungen, ökologischen Anbau, Saisonalität und Regionalität legen.“ Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

Weniger Müll produzieren

Aktueller Stand

Autsch, da beginnen wir gleich mit der Großbaustelle. Tatsächlich finde ich das wahnsinnig schwierig – und bin noch nicht sehr gut darin. Auf der Haben-Seite ist da eigentlich nur zu nennen:

  • Ich kaufe (wenn möglich) einmal in der Woche auf dem Wochenmarkt (und damit weitgehend unverpackt ein).
  • Ich verzichte im Supermarkt auf Plastikbeutel für Obst und Gemüse (und nehme die Produkte, wann immer es möglich ist, lose mit oder stecke sie in einen Stoffbeutel).
  • Ich verwende nachhaltige Alternativen zu Wattepads, Tampons und Co.
  • Ich habe immer Stoffbeutel dabei und muss deshalb praktisch nie zu Einkaufstüten greifen.
  • Ich benutze keine Coffee to Go-Becher (und verzichte lieber auf meinen Kaffee, wenn es nicht anders geht. Und weil das noch nicht genug ist, werden auch alle meine Kolleginnen missioniert) und habe einen tollen, wiederverwertbaren Kaffeebecher, den ich bei Bedarf überall hinschleppen kann
  • Ich trinke seit Jahren Leitungswasser und verzichte so vollständig auf Plastikflaschen. Für unterwegs habe ich eine Trinkflasche zum Nachfüllen
  • Ich verwende Dosen und Büchsen statt Alufolie und Co., um Essensreste aufzubewahren.

Natürlich greife ich im Supermarkt eher zu unverpackten Produkten, nehme lieber Papier-Verpackungen als Plastik und tendenziell eher große Verpackungen und Nachfüllbeutel, um die Müllmenge zu reduzieren. Die Wahrheit aber ist: Es kommt jede Woche so viel Müll zusammen, dass es mich gruselt.

Und was das Ganze noch schlimmer macht: UnsereHausverwaltung bietet keine Möglichkeit, Müll zu trennen. Für Papier und Glas laufen wir tatsächlich ein Stückchen, um den Müll in denentsprechenden Container zu entsorgen, aber Recycling ist hier fast unmöglich.

Mein Ziel für 2018

Mein absoluter Traum wäre ein Unverpackt-Laden in unserer Nähe. In Hamburg gibt es zum Beispiel „Stückgut“ in Ottensen und auch in Eppendorf („Erdkorn“) und im Karolinenviertel („Wohlempfinden pur“ für Gewürze und Co.) kann man regional, ökologisch und unverpackt einkaufen. Leider liegt das alles so umständlich für mich, dass es schwer fällt, mich dazu aufzuraffen. Vielleicht ist es aber weniger schlimm, als ich denke, also werde ich dem „Erdkorn“ zeitnah mal einen Besuch abstatten.

Ansonsten möchte ich mich bemühen, Einkäufe besser zu planen. Meistens habe ich nämlich am Freitagnachmittag noch keine Ahnung, was ich nach Feierabend auf dem Markt alles einkaufen müsste, um mir am Samstag den Gang zum Supermarkt mit all seinen Verpackungen zu ersparen. Der Plan wäre also: Am Donnerstag eine Einkaufsliste fürs Wochenende und ggf. darüber hinaus zu erstellen. Das ist nicht immer einfach, weil wir oft unterwegs sind, aber das kriegen wir hin. Meal Planning heißt das Zauberwort. Ob das mit mir und Meal Prep hingegen klappt, weiß ich noch nicht. Helfen würde das allemal, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Für die Mülltrennung suche ich noch nach einer Lösung.

Ach, und noch etwas: Ich möchte die Dinge, die ich habe, besser pflegen, achtsamer mit ihnen umgehen und ggf. reparieren, anstatt sie gleich wegzuschmeißen. Um diese Dinge zu identifizieren gilt es natürlich immer wieder: alles andere los zu werden, zum Beispiel beim Kleidertausch, als Spende in der Bücherhalle oder bei Hanseatic Help. Elektroschrott und Co. kommen natürlich zum Recyclinghof. Und andererseits: weniger Überflüssiges anschaffen (lassen) und beim Einkaufen auf Qualität achten.

Wie sieht eure Strategie aus, um Müll zu vermeiden?

Verantwortungsvoll einkaufen

Aktueller Stand

Und da wären wir schon beim nächsten Thema: Wer Müll vermeiden will, kann ja bekanntlich am besten beim Anschaffen von neuen Dingen damit anfangen. Ich hab ja im letzten Jahr mit dem Kleiderschrank-Projekt schon mal entsprechende Anstrengungen unternommen, bin aber weit davon entfernt, hier alles richtig zu machen. Mehr Wert auf faire Produktionsbedingungen, ökologischen Anbau, Saisonalität und Regionalität legen und dabei möglichst wenig Müll produzieren – das wäre super. Bisher ist mein Gefühl jedoch, dass meistens nur das eine oder das andere geht.

Beispiele gefällig? Man möchte im Supermarkt regionales und saisonales Obst kaufen – gibt es leider nur abgepackt und nicht in Bio-Qualität. Das Bio-Obst, ebenfalls abgepackt, stammt dann leider aus Spanien oder Italien. Auch auf dem Markt ist es nicht einfach. Zwar kann ich mit dem Obst- und Gemüse-Verkäufer meines Vertrauens über alles reden und er beantwortet mir alle Fragen, aber spätestens wenn ich bei der vierten Sorte gefragt habe, woher sie stammt und unter welchen Bedingungen sie produziert wurde, wird er wahrscheinlich die Geduld mit mir verlieren.

Das mache ich bislang schon:

  • Ich kaufe Naturkosmetik (am liebsten Lavera, „Utopia“ sagt:  „Die natürlichen Inhaltsstoffe stammen überwiegend aus biologischem Anbau, die Lavera-Produkte sind von Natrue zertifiziert. Viele der Produkte sind vegan und als solche klar gekennzeichnet.“) und achte darauf, dass sie keine Mineralöle, Mikroplastik und andere Schadstoffe enthält, aber auch hier entsteht leider sehr viel Verpackungsmüll, was ich nicht konsequent zu Ende gedacht finde.
  • Bei Putzmitteln achte ich darauf, dass sie ökologisch abbaubar sind, aber ich sollte wirklich lernen, mehr auf simple Hausmittel (Natron, Backpulver, Zitronensaft und Co.) zurückzugreifen. Vieles kann man so einfach selber machen.
  • Ich kaufe (soweit möglich) saisonale Produkte. Das ist zwar gerade im Winter bei frischem Obst und Gemüse nicht einfach, fordert aber die Kreativität heraus. Tomaten oder gar Himbeeren im Winter sind für mich tabu.
  • Ich achte bei Obst und Gemüse auf Regionalität. Mein großer Wunsch wäre jedoch ein Ernteanteil an einem regionalen Hof. Mehr dazu gleich.
  • Ich kaufe ausschließlich Bio-Fleisch. Es gibt bei uns relativ wenig Fleisch, aber wenn, dann entweder vom Markt, vom zertifizierten Bauer, oder aus der Bio-Range im Supermarkt.
  • Wo es möglich ist, kaufe ich „REWE Bio“. „Utopia“  schreibt dazu: „Wer […] Wert auf hohe Qualität und Natürlichkeit legt, trifft mit REWE Bio die richtige Entscheidung. Die grüne Eigenmarke von REWE verzichtet bei allen Produkten auf geschmacksintensivierende Hefeextrakte und zugesetzte Aromastoffe, um den ursprünglichen Geschmack der Zutaten zu bewahren. REWE Bio kooperiert mit Naturland und setzt weit strenge Qualitätsstandards. Immer mehr Produkte sind mit dem Zeichen des Ökoverbands zertifiziert. Darüber hinaus tragen viele Kakao-, Tee- und Kaffeeprodukte das Fairtrade-Logo.“
  • Ich meide H&M, C&A und Co. und kaufe und stöbere länger schon gerne bei kleinen, nachhaltigen, fairen Labels, aber bislang sind das leider nur so punktuelle Einkäufe (z.B. Ragware, bill, bill & bill oder meko)
  • Nutella und Co. stehen bei mir seit Längerem auf der schwarzen Liste. Wo immer ich kann, vermeide ich Produkte mit Palmöl.

Mein Ziel für 2018

Ganz einfach gesagt: Ich möchte beim Einkaufen möglichst viel richtig machen. Das heißt einerseits, dass ich verstärkt auf die richtigen Siegel achten möchte und dass ich von vornherein die richtigen Shops raussuche. Bei Fairtrade Deutschland habe ich zum Beispiel einen Einkaufs-Finder entdeckt, der zeigt, wo man in der Nähe Fairtrade-Produkte kaufen kann. Immerhin ein paar Shops gibt es in Hamburg, die ich mir mal näher anschauen werde. Überhaupt möchte ich gerne häufiger in kleinen Läden und einzelnen Geschäften einkaufen und weniger bei großen Ketten.

Beim Kauf von Putzmitteln und Co. werde ich einmal Ecover ausprobieren. Ich lese immer häufiger Gutes über die Marke, z.B. bei „Utopia“: „Ecover setzt ausschließlich nachwachsende pflanzliche und mineralische Rohstoffe ein. Diese sind biologisch abbaubar (außer der Mineralien) und sogar für Pflanzenkläranlagen geeignet. Die Produkte enthalten natürliche Duftstoffe – es gibt jedoch auch eine duftstofffreie Produktlinie speziell für Allergiker. Ecover erfüllt den Standard des Netzwerks „Cruelty Free“ für Tierversuchsfreiheit und trägt das „Leaping Bunny“-Siegel. Zwar enthalten einige Produkte von Ecover Palmöl, das Unternehmen bemüht sich jedoch seit einiger Zeit aktiv darum, einen Ersatz dafür zu finden.“ Parallel dazu möchte ich mehr natürlich Hausmittel verwenden und auf Chemikalien verzichten, wo es möglich ist.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Ernteanteil: Seit ich zum ersten Mal davon gehört habe, möchte ich das gerne machen. Hier wird die Idee der solidarischen Landwirtschaft wunderbar erklärt. Die Idee ist einfach: Als Mitglied zahlt man einen monatlichen Beitrag an die landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft, der es den Landwirten ermöglicht, „sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu widmen, den Boden furchtbar zu erhalten und bedürfnisorientiert zu wirtschaften.“ Als Mitglied bekommt man im Gegenzug „gesunde, frische Nahrungsmittel aus der Region und aus ökologischem Anbau“. Perfekt, oder? Den eigenen Ernteanteil holt man sich dann in einer lokalen FoodCoop oder in einem Hofladen ab.

Das wollte ich jetzt so lange schon einmal testen, aber wenn man viel unterwegs ist, ist die Gefahr zu groß, dass das frische Obst und Gemüse nicht verbraucht wird. Ich werde mich jetzt aber einmal für einen 4-Wochen-Test-Ernteanteil anmelden und dann berichten, wie das im Alltag funktioniert. Vielleicht gibt es so etwas ja auch in eurer Nähe? Hier könnt ihr nach „Solawis“ suchen.

Das soll es nun erst einmal gewesen sein. Genug gute Vorsätze für ein Jahr, würde ich sagen. Natürlich ist es noch immer ein langer Weg bis zum Idealbild und ich maße mir nicht an, (dann) alles richtig zu machen, aber jeder Weg beginnt ja mit den ersten Schritten. Man könnte die Liste natürlich noch beliebig erweitern: weite Strecken nicht mit dem Auto fahren, mehr auf die Bahn setzen, Slow Travelling statt Fernreise mit dem Flugzeug etc. Das alles ist gut und richtig – aber irgendwo muss man anfangen. Also:

Meine 7 großen Ziele für 2018 im Überblick:

  1. Unverpackt-Laden ausprobieren, auch wenn er ein bisschen abseits meiner Route liegt
  2. Ernteanteil 4 Wochen lang testen
  3. Einkäufe besser planen und Lebensmittel ggf. gleich verarbeiten (Meal Prep)
  4. Weniger Überflüssiges anschaffen, auf das Wesentliche konzentrieren und die Dinge besser pflegen
  5. Beim Einkaufen auf Bio- und Fairtrade-Siegel achten, kleinere Läden und Labels stärker beachten
  6. Mehr mit natürlichen Hausmitteln putzen
  7. Für Möglichkeiten zur Mülltrennung am Haus engagieren

Klingt doch machbar, oder? Was sind eure Nachhaltigkeits-Ziele für 2018?

Kältehilfe – so kannst du Wärme schenken

Eine liebe Freundin von mir hat dieses Wochenende in Hamburg einen Kleidertausch organisiert – eine großartige Idee! Das Besondere: Er fand in den Räumen von Hanseatic Help statt und alle aussortierten Kleidungsstücke, die kein neues Zuhause bei den Teilnehmern gefunden haben, wanderten direkt in die Kleiderspende von Hanseatic Help – und gehen damit an Geflüchtete, Obdachlose, Frauenhäuser und Kinderheime. Eine Win-Win-Situation: Man schafft Platz und Ordnung im Kleiderschrank – und tut zugleich noch etwas Gutes. Ein bisschen schade ist es nur, dass viele von uns gerade vor allem Sommersachen aussortieren, die sie nächstes Jahr nicht mehr tragen wollen.

Denn was Hanseatic Help und andere Hilfsorganisationen jetzt vor allem brauchen, sind warme Wintersachen. Aber nicht nur das: Winterschuhe, dicke, warme Socken, Schlafsäcke und Zelte sind ebenfalls Mangelware – und werden doch so dringend gebraucht (hier schreibt Hanseatic Help, welche Sachspenden gerade dringend benötigt werden). Denn jetzt wird es so richtig kalt.

Wärme schenken – wie geht das?

Was kann man also tun, um den Menschen, die nicht das Glück haben, jede Nacht in einem warmen Bett und sicher und geborgen in den eigenen vier Wänden zu schlafen, ein wenig Schutz gegen die Kälte zu bieten? Das habe ich mich gefragt – und ein paar Antworten gefunden. Dabei habe ich mich auf die beiden Städte konzentriert, die ich kenne – Berlin und Hamburg – aber das lässt sich auch auf viele andere Städte in Deutschland übertragen.

Für die Kältehilfe spenden

Viele Städte bieten eine Kältehilfe an. Sie soll obdachlosen Menschen eine schnelle und unbürokratische Übernachtungsmöglichkeit bieten, wenn es draußen kalt ist. Das Angebot umfasst Beratungsstellen, Notübernachtungen, Nachtcafés und Suppenküchen – eben alles, was verhindert, dass die Menschen draußen erfrieren. Hier geht es zur Berliner Kältehilfe und zum Mitternachtsbus der Diakonie Hamburg, der jeden Abend zu den Schlafplätzen der Obdachlosen fährt. Die ehrenamtlichen Mitarbeitern bringen heiße Getränke, Brot, warme Decken und Kleidung mit, aber auch menschliche Wärme und Anteilnahme.

Warme Kleidung spenden

Fast jeder von uns hat im Schrank noch Wintersachen, die er in diesem Winter garantiert nicht tragen wird. Weil sie ein bisschen aus der Mode gekommen sind oder weil man sich daran satt gesehen hat oder weil sie einfach nicht mehr richtig sitzen. Perfekt, denn andere Menschen freuen sich darüber. In Hamburg nimmt Hanseatic Help die Sachspenden entgegen, in Berlin ist es die Berliner Stadtmission. Eine Google-Suche hilft, die passende Kältehilfe für deine Stadt zu finden.

Hilfsprojekte finanziell unterstützen

Der wohl schnellste und einfachste Weg sind Geldspenden. Sie ermöglichen es, den Helfern, ihre Arbeit zu tun. Ich selbst unterstütze jetzt das dritte Jahr in Folge ein Hamburger Kältehilfs-Projekt über betterplace.org. Genauer: den Mitternachtsbus der Diakonie. Zur Zeit wird über betterplace Geld für Schlafsäcke gesammelt, aber auch für warme Socken, Decken gegen die Kälte, Unterwäsche, warme Kleidung und Isomatten wurde in diesem Projekt schon gespendet.  Das Ziel für die Schlafsäcke (15 Euro pro Stück, insgesamt benötigt: 1.500 Euro) ist bald erreicht. Wer also noch helfen will, kann das gleich tun.

Doch Projekte wie dieses gibt es viele – und zwar überall in Deutschland. Hier gibt es eine Übersicht über alle aktuellen Spendenprojekte in der Kältehilfe auf der Spendenplattform. Die Projekte sind regional und haben einen sehr klar definierten Verwendungszweck für die Spenden. So wisst ihr genau, was mit eurem Geld passiert.

Das höchste Gut: Zeit spenden

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann – die Königsdiziplin! – auch vor Ort helfen und warme Decken, Kleidung, Lebensmittel und warme Getränke austeilen oder sich in den Notunterkünften engagieren. Diese ehrenamtlichen Helfer haben meinen tiefsten Respekt. In Hamburg geht das zum Beispiel im Förderverein Winternotprogramm, wo immer Unterstützung bei der Essenszubereitung gebraucht wird. In Berlin könnt ihr bei Laib und Seele Essen für die Berliner Tafel ausgeben oder ehrenamtlich bei der Berliner Stadtmission mitarbeiten.

Wenn das nichts für euch ist, könnt ihr schon helfen, indem ihr euch die Nummer des Kältebusses in eurer Stadt im Handy abspeichert und den Bus ruft, wenn ihr in einer kalten Nacht obdachlose Menschen seht, die Hilfe brauchen. In Berlin ist das die Nummer 0178/ 523 58-38. In Hamburg erfüllt der Mitternachtsbus diese Aufgabe NICHT. Für gefährdete Obdachlose gibt es aber eine Hotline der Sozialbehörde. Die Nummer 040 42828-5000 ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Ansonsten gilt: Wenn obdachlose Menschen dringend Hilfe benötigen, immer die 112 anrufen.

Ich selbst möchte in diesem Jahr noch stärker darauf achten und sehen, was ich erübrigen kann, um zu helfen. Wie ist es mit euch?

Kennt ihr noch mehr Projekte, die man gut unterstützen kann, oder wisst, wo gezielt Hilfe gebraucht wird?

 

 

Das Kleiderschrank-Projekt III: Gut Ding will Weile haben

Ich gebe es ehrlich zu: Ich bin kein besonders geduldiger Mensch. Tatsächlich habe ich Dinge immer SCHNELL und SOFORT getan, wenn ich sie tun wollte. Ich wusste, ich hätte für das Bild eine Skizze anfertigen sollen, bevor ich mit Acryl auf Leinwand gemalt habe. Hab ich aber nicht gemacht. Vor jeder Strickanleitung steht, man soll eine Maschenprobe machen. Habe ich aber auch noch nie gemacht. Meine besten Klausuren in der Schule waren die, die lange vor der Zeit fertig waren, während alle anderen noch fleißig geschrieben haben. Vielleicht hätte ich mir vorher ausführlicher Gedanken oder Notizen machen sollen. Hab ich aber nicht gemacht.

Einmal etwas richtig machen

Und so wäre auch das Kleiderschrank-Projekt eigentlich dazu verdammt gewesen, dass ich die ersten vier Kapitel des Buches lese, mich dann in die Recherche auf Pinterest stürze und mich am nächsten Tag mit zahl- und planlosen Einkaufstüten pleite und erschöpft auf dem Wohnzimmerboden wiederfinde. Doch während meine Strategie bei Klausuren immer aufgegangen ist, wäre das bei meinem Kleiderschrank-Projekt absolut zum Scheitern verurteilt gewesen. Denn anders als mit Worten kann ich mit Klamotten leider nicht besonders gut umgehen. Und hier wollte ich wirklich einmal etwas richtig von Grund auf richtig machen!

Deshalb habe ich mich gezügelt und bin bis Seite 170 gekommen, bevor ich shoppen gegangen bin. Nämlich erst dann, als Anuschka Rees mir offiziell die Erlaubnis dazu erteilte. Ich habe mich sogar an ihren 4-Punkte-Plan gehalten und alles beherzigt, was sie unter „Die drei häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden“ aufgelistet hat. Ich habe deshalb NICHT zugunsten des Preises auf Qualität verzichtet. Im Gegenteil, ich habe wenige Teile gekauft, dafür mehr Geld ausgegeben als gedacht, und mich in jedes einzelne Stück verliebt. Ich habe NICHT meine ganze Garderobe auf einmal gekauft, sondern mit drei Blusen, zwei Cardigans und einem riesigen Kuschelschal begonnen. Und: Ich habe KEINE komplett neue Garderobe gekauft, kurz bevor eine große Veränderung ansteht. Letzteres vor allem, weil keine große Veränderung ansteht. Aber auf die Punkte 1 und 2 bin ich sehr stolz.

Viscose und ich – eine Liebesgeschichte

Es hat ewig gedauert, bis ich mich für die Teile entschieden hatte, aber jedes einzelne davon ist von ganzem Herzen ein JA!!! Meine neue Liebe: Viscose! Die fühlte sich so unfassbar gut und angenehm kühl auf der Haut an, dass ich ihr nicht widerstehen konnte. Mit ziemlich schlechtem Gewissen („Das ist doch bestimmt eine fiese Kunstfaser!“) recherchierte ich – und stellte fest, dass Viscose – ganz im Gegenteil – sogar ein sehr umweltfreundlicher Stoff ist! Er wird aus Zellstoff auf Basis von Buchen-, Fichten-, Pinien- oder Bambusholz hergestellt und damit aus nachwachsenden Rohstoffen. Er ist biologisch abbaubar und verbraucht in der Herstellung deutlich weniger Energie und Wasser als Baumwolle. Ist es da ein Wunder, dass ich mich sofort verliebt habe?

Und so kam es, dass ich nun doch noch auf Aspekte der Nachhaltigkeit Rücksicht nehmen konnte und nun langlebige, hochwertige Teile im Kleiderschrank habe, an denen ich lange Freude haben werde. 

Und was habe ich mit den aussortierten Teilen gemacht?

Kleidertausch und Kleiderspende ❤

Aussortiert habe ich natürlich auch ordentlich. Die meisten Teile davon (viele fast ungetragen, einiges an Business-Kleidung, aber auch viele Freizeit-Klamotten) gehen am 11.11. zum „Stoffwechsel“, einem Kleidertausch, den eine liebe Freundin von mir zusammen mit Hanseatic Help in Hamburg organisiert.

Die Idee: Jeder bringt mit, was er bzw. sie nicht mehr tragen möchte, und alle können schauen, ob sie dort ein neues Lieblingsteil entdecken, das sie mit nach Hause nehmen wollen. Alles, was keine neue Heimat findet, geht direkt an die Kleiderkammer von Hanseatic Help. Ich habe dort selbst schon zwei mal mitgeholfen und finde, die Leute machen einen großartigen Job – und das auch noch ehrenamtlich. Wenn ihr die Arbeit von Hanseatic Help unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: Für Hanseatic Help spenden.

Upcycling mit sozialer Verantwortung ❤

Ein paar Teile habe ich selbst geflickt und ein wenig umgeändert, sodass ich sie wieder tragen kann, und ein Kleid habe ich zum Schneider gebracht, wo es jetzt geändert wird. Aber das ist noch nicht alles: Eine Jeans mit Loch im Schritt, die wirklich nicht zu reparieren ist, geht an die wundervollen Leute von Bridge & Tunnel in Hamburg. Gesellschaftlich benachteiligte Menschen, unter anderem mit Fluchtgeschichte, nähen dort aus „post-consumer waste (Alttextilien und Altkleidern) sowie pre-consumer waste (Materialüberschüsse, die bei der Produktion anfallen)“ tolle Taschen, Accessoires, Teppiche und Kleidung.

Und wenn man möchte, kann man alle Teile aus seinen eigenen alten Lieblingsjeans anfertigen lassen. So entstehen echte Unikate, die man garantiert lange lieben wird! Darauf freue ich mich jetzt schon sehr. Ausgesucht habe ich mir übrigens die Festival-Bag MUKTA.

Habt ihr noch mehr tolle Ideen, was man mit aussortierten Kleidungsstücken machen kann?