Kältehilfe – so kannst du Wärme schenken

Eine liebe Freundin von mir hat dieses Wochenende in Hamburg einen Kleidertausch organisiert – eine großartige Idee! Das Besondere: Er fand in den Räumen von Hanseatic Help statt und alle aussortierten Kleidungsstücke, die kein neues Zuhause bei den Teilnehmern gefunden haben, wanderten direkt in die Kleiderspende von Hanseatic Help – und gehen damit an Geflüchtete, Obdachlose, Frauenhäuser und Kinderheime. Eine Win-Win-Situation: Man schafft Platz und Ordnung im Kleiderschrank – und tut zugleich noch etwas Gutes. Ein bisschen schade ist es nur, dass viele von uns gerade vor allem Sommersachen aussortieren, die sie nächstes Jahr nicht mehr tragen wollen.

Denn was Hanseatic Help und andere Hilfsorganisationen jetzt vor allem brauchen, sind warme Wintersachen. Aber nicht nur das: Winterschuhe, dicke, warme Socken, Schlafsäcke und Zelte sind ebenfalls Mangelware – und werden doch so dringend gebraucht (hier schreibt Hanseatic Help, welche Sachspenden gerade dringend benötigt werden). Denn jetzt wird es so richtig kalt.

Wärme schenken – wie geht das?

Was kann man also tun, um den Menschen, die nicht das Glück haben, jede Nacht in einem warmen Bett und sicher und geborgen in den eigenen vier Wänden zu schlafen, ein wenig Schutz gegen die Kälte zu bieten? Das habe ich mich gefragt – und ein paar Antworten gefunden. Dabei habe ich mich auf die beiden Städte konzentriert, die ich kenne – Berlin und Hamburg – aber das lässt sich auch auf viele andere Städte in Deutschland übertragen.

Für die Kältehilfe spenden

Viele Städte bieten eine Kältehilfe an. Sie soll obdachlosen Menschen eine schnelle und unbürokratische Übernachtungsmöglichkeit bieten, wenn es draußen kalt ist. Das Angebot umfasst Beratungsstellen, Notübernachtungen, Nachtcafés und Suppenküchen – eben alles, was verhindert, dass die Menschen draußen erfrieren. Hier geht es zur Berliner Kältehilfe und zum Mitternachtsbus der Diakonie Hamburg, der jeden Abend zu den Schlafplätzen der Obdachlosen fährt. Die ehrenamtlichen Mitarbeitern bringen heiße Getränke, Brot, warme Decken und Kleidung mit, aber auch menschliche Wärme und Anteilnahme.

Warme Kleidung spenden

Fast jeder von uns hat im Schrank noch Wintersachen, die er in diesem Winter garantiert nicht tragen wird. Weil sie ein bisschen aus der Mode gekommen sind oder weil man sich daran satt gesehen hat oder weil sie einfach nicht mehr richtig sitzen. Perfekt, denn andere Menschen freuen sich darüber. In Hamburg nimmt Hanseatic Help die Sachspenden entgegen, in Berlin ist es die Berliner Stadtmission. Eine Google-Suche hilft, die passende Kältehilfe für deine Stadt zu finden.

Hilfsprojekte finanziell unterstützen

Der wohl schnellste und einfachste Weg sind Geldspenden. Sie ermöglichen es, den Helfern, ihre Arbeit zu tun. Ich selbst unterstütze jetzt das dritte Jahr in Folge ein Hamburger Kältehilfs-Projekt über betterplace.org. Genauer: den Mitternachtsbus der Diakonie. Zur Zeit wird über betterplace Geld für Schlafsäcke gesammelt, aber auch für warme Socken, Decken gegen die Kälte, Unterwäsche, warme Kleidung und Isomatten wurde in diesem Projekt schon gespendet.  Das Ziel für die Schlafsäcke (15 Euro pro Stück, insgesamt benötigt: 1.500 Euro) ist bald erreicht. Wer also noch helfen will, kann das gleich tun.

Doch Projekte wie dieses gibt es viele – und zwar überall in Deutschland. Hier gibt es eine Übersicht über alle aktuellen Spendenprojekte in der Kältehilfe auf der Spendenplattform. Die Projekte sind regional und haben einen sehr klar definierten Verwendungszweck für die Spenden. So wisst ihr genau, was mit eurem Geld passiert.

Das höchste Gut: Zeit spenden

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann – die Königsdiziplin! – auch vor Ort helfen und warme Decken, Kleidung, Lebensmittel und warme Getränke austeilen oder sich in den Notunterkünften engagieren. Diese ehrenamtlichen Helfer haben meinen tiefsten Respekt. In Hamburg geht das zum Beispiel im Förderverein Winternotprogramm, wo immer Unterstützung bei der Essenszubereitung gebraucht wird. In Berlin könnt ihr bei Laib und Seele Essen für die Berliner Tafel ausgeben oder ehrenamtlich bei der Berliner Stadtmission mitarbeiten.

Wenn das nichts für euch ist, könnt ihr schon helfen, indem ihr euch die Nummer des Kältebusses in eurer Stadt im Handy abspeichert und den Bus ruft, wenn ihr in einer kalten Nacht obdachlose Menschen seht, die Hilfe brauchen. In Berlin ist das die Nummer 0178/ 523 58-38. In Hamburg erfüllt der Mitternachtsbus diese Aufgabe NICHT. Für gefährdete Obdachlose gibt es aber eine Hotline der Sozialbehörde. Die Nummer 040 42828-5000 ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Ansonsten gilt: Wenn obdachlose Menschen dringend Hilfe benötigen, immer die 112 anrufen.

Ich selbst möchte in diesem Jahr noch stärker darauf achten und sehen, was ich erübrigen kann, um zu helfen. Wie ist es mit euch?

Kennt ihr noch mehr Projekte, die man gut unterstützen kann, oder wisst, wo gezielt Hilfe gebraucht wird?

 

 

Das Kleiderschrank-Projekt III: Gut Ding will Weile haben

Ich gebe es ehrlich zu: Ich bin kein besonders geduldiger Mensch. Tatsächlich habe ich Dinge immer SCHNELL und SOFORT getan, wenn ich sie tun wollte. Ich wusste, ich hätte für das Bild eine Skizze anfertigen sollen, bevor ich mit Acryl auf Leinwand gemalt habe. Hab ich aber nicht gemacht. Vor jeder Strickanleitung steht, man soll eine Maschenprobe machen. Habe ich aber auch noch nie gemacht. Meine besten Klausuren in der Schule waren die, die lange vor der Zeit fertig waren, während alle anderen noch fleißig geschrieben haben. Vielleicht hätte ich mir vorher ausführlicher Gedanken oder Notizen machen sollen. Hab ich aber nicht gemacht.

Einmal etwas richtig machen

Und so wäre auch das Kleiderschrank-Projekt eigentlich dazu verdammt gewesen, dass ich die ersten vier Kapitel des Buches lese, mich dann in die Recherche auf Pinterest stürze und mich am nächsten Tag mit zahl- und planlosen Einkaufstüten pleite und erschöpft auf dem Wohnzimmerboden wiederfinde. Doch während meine Strategie bei Klausuren immer aufgegangen ist, wäre das bei meinem Kleiderschrank-Projekt absolut zum Scheitern verurteilt gewesen. Denn anders als mit Worten kann ich mit Klamotten leider nicht besonders gut umgehen. Und hier wollte ich wirklich einmal etwas richtig von Grund auf richtig machen!

Deshalb habe ich mich gezügelt und bin bis Seite 170 gekommen, bevor ich shoppen gegangen bin. Nämlich erst dann, als Anuschka Rees mir offiziell die Erlaubnis dazu erteilte. Ich habe mich sogar an ihren 4-Punkte-Plan gehalten und alles beherzigt, was sie unter „Die drei häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden“ aufgelistet hat. Ich habe deshalb NICHT zugunsten des Preises auf Qualität verzichtet. Im Gegenteil, ich habe wenige Teile gekauft, dafür mehr Geld ausgegeben als gedacht, und mich in jedes einzelne Stück verliebt. Ich habe NICHT meine ganze Garderobe auf einmal gekauft, sondern mit drei Blusen, zwei Cardigans und einem riesigen Kuschelschal begonnen. Und: Ich habe KEINE komplett neue Garderobe gekauft, kurz bevor eine große Veränderung ansteht. Letzteres vor allem, weil keine große Veränderung ansteht. Aber auf die Punkte 1 und 2 bin ich sehr stolz.

Viscose und ich – eine Liebesgeschichte

Es hat ewig gedauert, bis ich mich für die Teile entschieden hatte, aber jedes einzelne davon ist von ganzem Herzen ein JA!!! Meine neue Liebe: Viscose! Die fühlte sich so unfassbar gut und angenehm kühl auf der Haut an, dass ich ihr nicht widerstehen konnte. Mit ziemlich schlechtem Gewissen („Das ist doch bestimmt eine fiese Kunstfaser!“) recherchierte ich – und stellte fest, dass Viscose – ganz im Gegenteil – sogar ein sehr umweltfreundlicher Stoff ist! Er wird aus Zellstoff auf Basis von Buchen-, Fichten-, Pinien- oder Bambusholz hergestellt und damit aus nachwachsenden Rohstoffen. Er ist biologisch abbaubar und verbraucht in der Herstellung deutlich weniger Energie und Wasser als Baumwolle. Ist es da ein Wunder, dass ich mich sofort verliebt habe?

Und so kam es, dass ich nun doch noch auf Aspekte der Nachhaltigkeit Rücksicht nehmen konnte und nun langlebige, hochwertige Teile im Kleiderschrank habe, an denen ich lange Freude haben werde. 

Und was habe ich mit den aussortierten Teilen gemacht?

Kleidertausch und Kleiderspende ❤

Aussortiert habe ich natürlich auch ordentlich. Die meisten Teile davon (viele fast ungetragen, einiges an Business-Kleidung, aber auch viele Freizeit-Klamotten) gehen am 11.11. zum „Stoffwechsel“, einem Kleidertausch, den eine liebe Freundin von mir zusammen mit Hanseatic Help in Hamburg organisiert.

Die Idee: Jeder bringt mit, was er bzw. sie nicht mehr tragen möchte, und alle können schauen, ob sie dort ein neues Lieblingsteil entdecken, das sie mit nach Hause nehmen wollen. Alles, was keine neue Heimat findet, geht direkt an die Kleiderkammer von Hanseatic Help. Ich habe dort selbst schon zwei mal mitgeholfen und finde, die Leute machen einen großartigen Job – und das auch noch ehrenamtlich. Wenn ihr die Arbeit von Hanseatic Help unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: Für Hanseatic Help spenden.

Upcycling mit sozialer Verantwortung ❤

Ein paar Teile habe ich selbst geflickt und ein wenig umgeändert, sodass ich sie wieder tragen kann, und ein Kleid habe ich zum Schneider gebracht, wo es jetzt geändert wird. Aber das ist noch nicht alles: Eine Jeans mit Loch im Schritt, die wirklich nicht zu reparieren ist, geht an die wundervollen Leute von Bridge & Tunnel in Hamburg. Gesellschaftlich benachteiligte Menschen, unter anderem mit Fluchtgeschichte, nähen dort aus „post-consumer waste (Alttextilien und Altkleidern) sowie pre-consumer waste (Materialüberschüsse, die bei der Produktion anfallen)“ tolle Taschen, Accessoires, Teppiche und Kleidung.

Und wenn man möchte, kann man alle Teile aus seinen eigenen alten Lieblingsjeans anfertigen lassen. So entstehen echte Unikate, die man garantiert lange lieben wird! Darauf freue ich mich jetzt schon sehr. Ausgesucht habe ich mir übrigens die Festival-Bag MUKTA.

Habt ihr noch mehr tolle Ideen, was man mit aussortierten Kleidungsstücken machen kann?

 

Strohhalme aus Glas – Party ohne Plastik!

Wusstet ihr, dass weltweit 3 Millionen Plastik-Strohhalme verbraucht und weggeworfen werden? JEDEN TAG?! …und das oftmals vollkommen grundlos? Denn seien wir mal ehrlich: Wann genau braucht man eigentlich einen Strohhalm? In Cocktails und Limonaden mit vielen Zutaten, die das Trinken erschweren, vielleicht. Aber für einen Kaffee? Für einen Saft? Für Cola? Eigentlich vollkommen unnötig, oder? Dennoch gehören Plastik-Strohhalme zu den Top5-Ozeanverschmutzern weltweit.

Ich habe mich deshalb so gefreut, als ich das erste Mal von HALM gehört habe, einem deutschen Start-up, das bruchsichere Strohhalme aus Glas herstellt. Warum? In einem Thailand-Urlaub fiel den beiden Gründern, Hannah und Sebastian, auf, dass an den Stränden sehr viel Plastikmüll aus dem Indischen Ozean angeschwemmt wurde. Kurzerhand organisierten sie ein Beach-Clean-up – und stellten dabei fest, dass jedes zweite Teil, das sie in die fünfundzwanzig (!!) 150-Liter-Müllsäcke stopften, ein Plastik-Strohhalm war!

Im Durchschnitt wird ein Strohhalm nur 15 Minuten benutzt, es dauert jedoch 300 bis 500 Jahre, bis diese Plastik nicht mehr auf dem Planeten ist.

Mit ihrem HALM bieten sie jetzt eine, wie sie selber sagen, „leckere und sexy“ Alternative zu Plastik-Strohhalmen an. Weil die Halme aus Glas gefertigt werden, fallen eine Reihe von negativen „Nebenwirkungen“ anderer Ersatzprodukte weg. So haben Strohhalm-Alternativen aus Papier, Metall, Bambus oder Stroh zum Beispiel oft das Problem, dass sie nicht besonders hygienisch sind oder unangenehm schmecken.

Einziger Nachteil von Glas: Es zerbricht. Doch auch dafür haben Hannah und Sebastian von HALM eine Lösung gefunden. Das Glas wird besonders gehärtet und ist bruchsicher und hitzeresistent, sodass die Halme in der Spülmaschine gereinigt werden können. Das ist hygienisch und fühlt sich auch noch richtig cool aus.

so trinkt es sich aus den Glasstrohhalmen

Ich habe HALM gleich mal ausprobiert und ich finde, neben dem ungewohnten, aber angenehm glatten Gefühl beim Trinken, vor allem faszinierend, dass HALM den Geschmack wirklich nicht beeinflusst. Das Einzige, worauf man achten muss, sind die Zähne. Wenn ihr nämlich auch aus Gewohnheit auf Strohhalmen rumknabbert, während ihr damit im Cocktail stochert (wie ich), macht sich das bruchfeste Glas brutal bemerkbar. Aber davon einmal abgesehen gibt’s absolut nichts zu meckern – sogar die Herstellung ist umweltbewusst und nachhaltig gedacht!

Ein Set mit 1 Glastrinkhalm + Bürste (gibt’s in unterschiedlichen Formen und Längen) kostet 5,90 Euro. 4er-Sets bekommt ihr für 17,90 Euro. Eine gute Investition, denn Hannah und Sebastian versprechen, dass die Halme so langlebig sind, dass ihr sie sogar euren Enkeln noch vererben könnt. Aber packt sie vorher unbedingt mal in die Spülmaschine… 😉

DISCLAIMER: Dieser Artikel spiegelt nur meine eigene Meinung wider und ist nicht Bestandteil einer Kooperation – weder bezahlt noch unbezahlt.

 

 

Das Kleiderschrank-Projekt II – HILFE, gibt’s das auch in nachhaltig?

Vor zwei Wochen habe ich begonnen, mit dem Buch „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees meinen persönlichen Stil UND meinen Kleiderschrank umzukrempeln. Wie die ersten Schritte gelaufen sind, könnt ihr hier nachlesen. Seitdem habe ich mir wirklich Mühe gegeben und mich Schritt für Schritt an das Buch gehalten. Das war gar nicht einfach…

Ich habe dafür immer wieder geduldig Fragen zu meinem persönlichen Stil beantwortet, Listen erstellt, neue Fragen beantwortet, Listen wieder überarbeitet, Moodboards erstellt (die Zusammenfassung gibt’s auf diesem Pinterest-Board zu sehen) und überarbeitet, war einen ganzen Tag lang in der Innenstadt und habe mich vier Stunden lang durch sämtliche Teile durchprobiert, die auch nur im Entferntesten etwas mit meinem Traum-Look zu tun haben – und nun DAS!

Ich kann die Kleidungsstücke, die ich brauche, nicht nachhaltig kaufen.

HILFE, gibt’s das auch nachhaltig?

Der Plan ist eigentlich ganz einfach: Wer sein Moodboard und eine Zusammenfassung erstellt UND seinen Kleiderschrank einer Detox-Kur unterzogen hat, darf losziehen und sich schöne neue Sachen kaufen, die dem Stil entsprechen. Das wollte ich natürlich möglichst nachhaltig tun.(„Du machst es dir aber auch gerne kompliziert“, war die Antwort einer lieben Freundin, als ich ihr von diesem Plan erzählte.)

Doch tatsächlich gibt es fast nichts von dem, was ich auf meinen Moodboards verewigt habe, von fair produzierten, umweltbewussten Labels. Im Avocadostore wurde ich nicht fündig und auch auf den Seiten einzelner Labels (Bleed, Greenality, Glore etc.) sah es ganz düster aus. Versteht mich nicht falsch: Die haben viele schöne Sachen, aber leider nicht die, die ich mir so mühsam als Bestandteile meines „neuen Stils“ (er heißt übrigens „elegante Lagen-Romantik“ – kreativ, oder?) erarbeitet habe.

Da ich aber bereits meinen Kleiderschrank aussortiert habe, habe ich nun zwei Möglichkeiten: Ich gehe entweder zukünftig nackt zur Arbeit oder ich muss mich damit abfinden, dass ich „herumlaufen muss, wie alle anderen“, um meinen Freund zu zitieren. Damit meint er, dass meine Kleidung in den meisten Fällen vermutlich nicht fair und umweltbewusst produziert wurde… kein Recycling, keine innovativen Ideen, nicht vegan und nicht biologisch abbaubar und so weiter und so fort.

Die Idee war wohl zu gut…

Das macht leider, dass sich das ganze Projekt gleich ein bisschen weniger toll anfühlt und dass es etwas von einem Verrat an mir und der Idee hat. Vielleicht war die Vorstellung einfach zu schön? Einfach bei Null anfangen, alles umkrempeln und einen frischen, gesunden und nachhaltigen Start hinzulegen…

Vielleicht hat aber auch noch jemand von euch einen Tipp, wo ich mal schauen könnte. Ich wäre sehr dankbar!!

Wenigstens wurde mein Kleiderschrank gedetoxed!

Aber ein Gutes hat die Sache dann doch: Ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet. Oder in den Worten von Anuschka Rees: Kleiderschrank-Detox gemacht. Das habe ich zwar eigentlich erst vor wenigen Monaten für einen Klamottentausch-Nachmittag gemacht, aber es ist erstaunlich, wie viel jetzt trotzdem wieder aussortiert werden konnte. Man wird eben bei jedem mal mutiger…

Microgreens – Was wächst denn da auf meiner Fensterbank?

Es gibt ja diese Ideen, die überzeugen einen in der Sekunde, in der man von ihnen hört. So ging es mir, als ich auf Arbeit zum ersten Mal von Microgreens hörte. Wie ich in Über mich schon berichtet habe, habe ich das Glück, durch meine Arbeit in einer großen Redaktion immer wieder neue Trends und Produkte vorgestellt zu bekommen. Darunter sind natürlich auch immer mal wieder solche, die mich auch privat vollkommen begeistern und die ich dann hier vorstellen möchte, damit noch mehr Menschen davon erfahren. Microgreens sind genau so ein Trend!

Microgreens sind ein Trendfood aus den USA, das SO neu eigentlich gar nicht ist. Denn dabei handelt es sich eigentlich nur um die Keimpflanzen der verschiedensten Gemüsesorten, denen man mit dem Superfood-Namen einen neuen, hippen Stempel aufgedrückt hat. Während wir sonst die ausgewachsenen Pflanzen von Rauke, Brokkoli, Radieschen und Co. essen, erfolgt hier die Ernte einfach schon im Kindheitsstadium.

Warum Microgreens eine tolle Idee sind

Die Pflänzchen sind so klein, dass man sie in Setzkästchen ganz unkompliziert auf der Fensterbank ziehen kann, und werden noch jung geerntet. Das hat ein paar entscheidende Vorteile, sie stecken nämlich voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe, wie uns Niko Rittenau, Ernährungsberater mit Fokus auf pflanzliche Ernährung, erklärte. Von all diesen guten Dingen enthalten sie sogar MEHR als ihre ausgewachsenen Geschwister.

Die Konzentration an Vitalstoffen in den Keimpflanzen ist um ein Vielfaches höher als bei ihren großen Geschwistern, dem ausgewachsenen Gemüse.

Und noch etwas hat Niko Rittenau beobachtet:

Aus ernährungspsychologischer Sicht sind Microgreens interessant, weil sie uns dazu bringen, uns über das reine Kaufen, Zubereiten und Essen hinaus, mit unserer Nahrung zu beschäftigen. Durch das Heranziehen von Pflanzen und das Zuschauen beim Wachsen konnte ich bei vielen Menschen ein allgemein verbessertes Essverhalten feststellen.

Na, das klingt doch erstmal sehr vielversprechend!

An die Saatpads, fertig – los!

Mein erstes Microgreens-Experiment war das Pflanz-Set von HEIMGART. Die machen das Indoor Farming ganz einfach, verzichten dabei vollständig auf Erde (weniger Nitrate in unserer Nahrung!), verwenden stattdessen bio-zertifizierte Saatpads aus Naturvlies und Leinendocht, sind kompostierbar und werden in Zusammenarbeit mit den Behindertenwerkstätten des Deutschen Roten Kreuzes in Potsdam hergestellt. So viele gute Gründe also, das Set zu Hause gleich auszuprobieren. Und das habe ich natürlich gemacht:

Das Starterkit von HEIMGART enthält Folgendes:

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In den ersten Tagen müssen die Saatpads im Dunkeln sprießen. Dafür gibt es in jeder Saatpad-Packung eine Abdeckung.

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Nach zwei Tagen klopfen die ersten Keimpflanzen schon von unten gegen die Abdeckung, aber ein wenig müssen sie sich noch gedulden…

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Am dritten Tag bahnen sich die Mini-Pflänzchen endlich ihren Weg ans Licht. Jetzt ist die Zeit gekommen, die Abdeckung zu entfernen, damit sich die Microgreens im Sonnenlicht grün färben. Je nach Sorte kann es aber 5 bis 15 Tage dauern, bis die Ernte beginnen kann.

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Die Ernte kann beginnen!

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Mein Fazit zu den Microgreens von HEIMGART

Das Pflanzen der Microgreens ist wirklich kinderleicht und ich glaube tatsächlich, dass stimmt, was die Macher von HEIMGART sagen: Einen grünen Daumen braucht man hierfür nicht. Genau in der versprochenen Zeit strecken die ersten Keime ihre Köpfe aus dem Kästchen und schon nach drei Tagen kann mit der Ernte begonnen werden.

Bisher habe ich die Microgreens von Brokkoli und Radieschen getestet und sie zum Beispiel aufs Butterbrot, auf Frischkäse und über Salat gestreut. Das hat schon super geschmeckt! In Zukunft soll es von Kochbuchautorin Sophia Hoffmann viele leckere, vegane Rezepte mit den Microgreens geben, die ich dann natürlich auch gerne ausprobieren werde.

Meine erste Charge ist jetzt aufgebraucht, jetzt kann ich den Inhalt einfach kompostieren, die Porzellanschale in der Spülmaschine reinigen und weitere Pads ausprobieren. Das Starterkit kostet 29,95 Euro, die Nachfüllpads sind für 1,99 Euro das Stück erhältlich und halten sich dann sehr lange. Man kann also ruhig auf Vorrat kaufen.

Für mich ist das eine rundherum runde Sache!

DISCLAIMER Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich meine private, persönliche Meinung wider und ist weder bezahlt noch Bestandteil irgendeiner Kooperation.

Das Kleiderschrank-Projekt ODER Schluss mit „Ich habe nichts zum Anziehen“

Gestern Abend habe ich etwas sehr Untypisches getan. Etwas, von dem die meisten Leute, die mich kennen, wissen, dass es definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Ich habe mich stundenlang SEHR ausdauernd durch Pinterest gescrollt und Mode-Inspirationen gesucht. Warum? Weil ich mir „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees gekauft habe, ein Buch, das verspricht, mir dabei zu helfen, systematisch meinen eigenen Stil – und damit zu einem bewussten Modekonsum – zu finden.

Hilfe, ich habe nichts zum Anziehen!

Ich gebe zu, dass Mode nicht unbedingt zu meinen Lieblingsthemen gehört und ich nicht so viel Zeit und Gedanken in meine Kleidung investiere, wie ich vielleicht sollte. Doch man kann nicht versuchen, nachhaltiger zu leben, ohne auch darüber nachzudenken, was man trägt, wo man es kauft und was einem dabei wichtig ist. Bewusster Modekonsum – das sprach mich an: Weniger kaufen, aber dafür das Richtige. Perfekt!

Denn gerade in dieser Übergangsphase, jetzt im Herbst, habe ich ein großes Problem: Ich habe nichts zum Anziehen. Versteht mich nicht falsch: In meinem Kleiderschrank sind viele Dinge. Aber nicht die Richtigen. Ich fühle mich oft unwohl, die Kleidung passt nicht zu mir, es gibt keinen erkennbaren Stil. Was also tun? Mal wieder ziellos durch die Gegend laufen und zusammenhangslos Klamotten kaufen, die vielleicht (eher aber nicht) zu mir passen und mich durch diesen Herbst und Winter bringen?

Ich weiß einfach nicht, was mir steht – und was ich mag

Das war mein erster Gedanke. Ich stöberte also durch den Avocadostore, weil ich hier wenigstens weiß, dass die Kleidung fair und ökologisch produziert ist. Dass man dafür etwas mehr zahlt, ist für mich vollkommen verständlich. Doch leider entpuppte sich das, was ich da mühevoll zusammengetragen und bestellt habe, einmal mehr als chaotischer Haufen von Dingen, die mir nicht besonders gut stehen, zum Teil leider gar nicht sitzen und zusammen auch keine klare Linie ergeben. Kurz: Fast alles ging zurück.

Frustriert in meinen Kleiderschrank starrend erinnerte ich mich dann an etwas, das ich in der letzten Ausgabe der „Flow“ (große Leseempfehlung an der Stelle!) gelesen habe. Dort wurde die Bloggerin Anuschka Rees im Kurzinterview gefragt, woran es liege, dass wir alle einen vollen Kleiderschrank, aber trotzdem nichts zum Anziehen hätten. Sie antwortete:

Es kommt nicht darauf an, wie viele Teile man hat, sondern welche. Viele wissen gar nicht, was ihrem Stil entspricht. Wenn man ein Gespür dafür entwickelt, braucht man nicht viel und findet trotzdem immer was zum Anziehen.

Das traf für mich den Nagel auf den Kopf. Genau das ist mein Problem! Ich weiß nicht, was ich brauche, was mir steht und was ich mag.

Ab jetzt kommen nur noch Lieblingsteile in den Schrank!

Zum Glück hat Anuschka Rees eine Lösung dafür. Sie heißt „Das Kleiderschrank-Projekt“, ist im DUMONT-Verlag (für 28 Euro) erschienen und gut 270 Seiten dick. Eine Patentlösung ist es aber leider nicht. Und das heißt: Ich muss nun wirklich Zeit, Gedanken und Kreativität investieren, um mit den Übungen im Buch meinen eigenen Stil zu finden.

Gar nicht so einfach, wenn man noch ganz am Anfang steht. Doch ich merke schon jetzt, dass es sich lohnen wird. Denn es ist wie mit allen Dingen, die wir in unserem Leben haben: Wir sollten nur behalten, was wirklich zu uns passt und uns glücklich macht. Alles andere ist unnötiger Ballast und Geld- und Ressourcen-Verschwendung.

Im „Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees bedeutet das:

  • Nur Lieblingsteile, die meinem eigenen, individuellen Stil entsprechen und nicht von Mode-Trends abhängig sind, haben Platz in meinem Kleiderschrank.
  • Ich entscheide mich für Kleidung von hoher Qualität, die ich liebe und die es wert ist, dass ich sie pflege und die so länger als einen Sommer hält (und damit nachhaltiger ist).
  • Ich kaufe weniger, aber dafür das Richtige. So spare ich Geld bei Impulskäufen und kann es stattdessen in die Qualität der Kleidung stecken, die mir wirklich steht und die ich wirklich mag.

Minimalismus im Kleiderschrank für ein stressfreieres Leben

Alles, was nicht mehr passt, ausgebeult ist, kratzt oder „gerade noch gut genug“ ist, kommt nicht mehr in meinen Kleiderschrank! Für Anuschka Rees ist das ihre Form von Minimalismus:

Alles, was nicht glücklich oder Ihr Leben reicher macht, muss weg, damit Platz für die Dinge geschaffen wird, die Sie wirklich erfüllen. [Doch] letztlich geht es ja nicht darum, zum Minimalisten zu werden, sondern ein glücklicheres, stressfreieres Leben zu führen. Minimalismus ist ganz einfach eine Technik, mit der Sie Ihr tägliches Leben bewusster gestalten können, wie zum Beispiel auch Yoga, gesunde Ernährung, Meditation oder was immer Sie tun, um bei Kräften zu bleiben.

Die ersten Übungen laufen recht gut an. Als erstes soll ich zwei Wochen lang jeden Tag mein Outfit fotografieren, um zu erkennen, wo meine Baustellen sind, was mir steht und was nicht, und an welchen Dingen ich gerne arbeiten möchte. Parallel dazu sammle ich bereits Inspirationen. Das tue ich auf Pinterest, weil ich es wunderbar einfach finde und es ganz bequem (wie gestern Abend) aus meinem Lesesessel heraus tun kann. Nun geht es ans Aussortieren und daran, Muster zu erkennen, um Schritt für Schritt die Eigenschaften meines persönlichen, individuellen Stils heraus zu arbeiten. Man darf gespannt sein…

Es ist also noch ein etwas längerer Weg, den ich vor mir habe, aber ich werde versuchen, dran zu bleiben und hier davon zu berichten.

Habt ihr euren persönlichen Stil schon gefunden?