Der perfekte Deal – oder Das Wochenmarkt-Idyll

Ich liebe es ja, auf meinem Wochenmarkt einzukaufen! Als wir vor einigen Jahren hierher zogen, konnte ich es kaum fassen, dass in Laufnähe jede Woche ein Markt stattfinden würde. Ich dachte, ich würde dann jede Woche mit dem Körbchen über dem Arm über den Markt spazieren, hierhin und dorthin grüßen und auf meiner Schulter säßen ein paar Spatzen, die eine Disney-Melodie trällern würden.

Jetzt, Jahre später, fehlen zwar die Spatzen und das Körbchen, aber tatsächlich kenne ich inzwischen die jungen Gemüsehändler, die Frauen vom Bio-Hof und das Blumenhändler-Paar. Man plaudert ein bisschen, ich lasse mich beraten, wir tauschen Erfahrungen aus. Es ist ein Wochenmarkt-Idyll, wie es im Buche steht – und der Ort für den perfekten Deal!

Win-Win-Situation auf dem Wochenmarkt

Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber sie hat mich letzte Woche wieder mal so beflügelt, dass ich davon erzählen möchte. Denn: Diese Win-Win-Situation ist so makellos, dass man sie einrahmen möchte.

Seit Längerem schon sammle ich (saubere!) Eierkartons, anstatt sie wegzuwerfen, nachdem ich die Eier in den Kühlschrank sortiert habe. Und dann, alle paar Monate mal, bringe ich einen großen Beutel voll mit Eierkartons zum Markt und gebe sie am Gemüsestand ab. Dort werden die Kartons sofort in den Bestand überführt und für die nächste Ladung Eier verwendet, die verkauft wird.

Ich habe also keinen Müll produziert, die Eierkartons werden ein zweites und drittes Mal genutzt (denn ich bin bei Weitem nicht die Einzige, die das tut) und die Gemüsehändler müssen für ihre Eier keine neue Kartons einkaufen. Perfekt, oder?

Weltverbesserei 2.0(18) – meine Vorsätze fürs neue Jahr

Es gibt echt Dinge, die brauch keiner. Die mag auch keiner. Motiviert begonnene Blogs zum Beispiel, die dann plötzlich brach liegen. Ja, ich bekenne mich schuldig. Kurz vor Weihnachten war echt die Luft raus. An Lust und Motivation hat es nicht gefehlt, aufraffen konnte ich mich leider trotzdem nicht. Aber so ein Blog soll ja Freude machen und nicht nur Verpflichtung sein. Deshalb geht es also erst jetzt weiter. Aber das wirklich voll motiviert.

Ich möchte eine kleine Bestandsaufnahme machen. Wobei, so klein soll sie eigentlich gar nicht werden. Mein Ziel: Einmal schauen, was in Sachen Nachhaltigkeit bei mir schon ganz gut läuft – und wo es noch Verbesserungspotential gibt. Und dann diese Punkte im Jahr 2018 ganz gezielt angehen. Ich hoffe, ihr seid dabei.

In Über mich habe ich mein Ziel einmal so definiert: „mein Leben Schritt für Schritt umstellen, weniger Müll produzieren und mehr Wert auf faire Produktionsbedingungen, ökologischen Anbau, Saisonalität und Regionalität legen.“ Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

Weniger Müll produzieren

Aktueller Stand

Autsch, da beginnen wir gleich mit der Großbaustelle. Tatsächlich finde ich das wahnsinnig schwierig – und bin noch nicht sehr gut darin. Auf der Haben-Seite ist da eigentlich nur zu nennen:

  • Ich kaufe (wenn möglich) einmal in der Woche auf dem Wochenmarkt (und damit weitgehend unverpackt ein).
  • Ich verzichte im Supermarkt auf Plastikbeutel für Obst und Gemüse (und nehme die Produkte, wann immer es möglich ist, lose mit oder stecke sie in einen Stoffbeutel).
  • Ich verwende nachhaltige Alternativen zu Wattepads, Tampons und Co.
  • Ich habe immer Stoffbeutel dabei und muss deshalb praktisch nie zu Einkaufstüten greifen.
  • Ich benutze keine Coffee to Go-Becher (und verzichte lieber auf meinen Kaffee, wenn es nicht anders geht. Und weil das noch nicht genug ist, werden auch alle meine Kolleginnen missioniert) und habe einen tollen, wiederverwertbaren Kaffeebecher, den ich bei Bedarf überall hinschleppen kann
  • Ich trinke seit Jahren Leitungswasser und verzichte so vollständig auf Plastikflaschen. Für unterwegs habe ich eine Trinkflasche zum Nachfüllen
  • Ich verwende Dosen und Büchsen statt Alufolie und Co., um Essensreste aufzubewahren.

Natürlich greife ich im Supermarkt eher zu unverpackten Produkten, nehme lieber Papier-Verpackungen als Plastik und tendenziell eher große Verpackungen und Nachfüllbeutel, um die Müllmenge zu reduzieren. Die Wahrheit aber ist: Es kommt jede Woche so viel Müll zusammen, dass es mich gruselt.

Und was das Ganze noch schlimmer macht: UnsereHausverwaltung bietet keine Möglichkeit, Müll zu trennen. Für Papier und Glas laufen wir tatsächlich ein Stückchen, um den Müll in denentsprechenden Container zu entsorgen, aber Recycling ist hier fast unmöglich.

Mein Ziel für 2018

Mein absoluter Traum wäre ein Unverpackt-Laden in unserer Nähe. In Hamburg gibt es zum Beispiel „Stückgut“ in Ottensen und auch in Eppendorf („Erdkorn“) und im Karolinenviertel („Wohlempfinden pur“ für Gewürze und Co.) kann man regional, ökologisch und unverpackt einkaufen. Leider liegt das alles so umständlich für mich, dass es schwer fällt, mich dazu aufzuraffen. Vielleicht ist es aber weniger schlimm, als ich denke, also werde ich dem „Erdkorn“ zeitnah mal einen Besuch abstatten.

Ansonsten möchte ich mich bemühen, Einkäufe besser zu planen. Meistens habe ich nämlich am Freitagnachmittag noch keine Ahnung, was ich nach Feierabend auf dem Markt alles einkaufen müsste, um mir am Samstag den Gang zum Supermarkt mit all seinen Verpackungen zu ersparen. Der Plan wäre also: Am Donnerstag eine Einkaufsliste fürs Wochenende und ggf. darüber hinaus zu erstellen. Das ist nicht immer einfach, weil wir oft unterwegs sind, aber das kriegen wir hin. Meal Planning heißt das Zauberwort. Ob das mit mir und Meal Prep hingegen klappt, weiß ich noch nicht. Helfen würde das allemal, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Für die Mülltrennung suche ich noch nach einer Lösung.

Ach, und noch etwas: Ich möchte die Dinge, die ich habe, besser pflegen, achtsamer mit ihnen umgehen und ggf. reparieren, anstatt sie gleich wegzuschmeißen. Um diese Dinge zu identifizieren gilt es natürlich immer wieder: alles andere los zu werden, zum Beispiel beim Kleidertausch, als Spende in der Bücherhalle oder bei Hanseatic Help. Elektroschrott und Co. kommen natürlich zum Recyclinghof. Und andererseits: weniger Überflüssiges anschaffen (lassen) und beim Einkaufen auf Qualität achten.

Wie sieht eure Strategie aus, um Müll zu vermeiden?

Verantwortungsvoll einkaufen

Aktueller Stand

Und da wären wir schon beim nächsten Thema: Wer Müll vermeiden will, kann ja bekanntlich am besten beim Anschaffen von neuen Dingen damit anfangen. Ich hab ja im letzten Jahr mit dem Kleiderschrank-Projekt schon mal entsprechende Anstrengungen unternommen, bin aber weit davon entfernt, hier alles richtig zu machen. Mehr Wert auf faire Produktionsbedingungen, ökologischen Anbau, Saisonalität und Regionalität legen und dabei möglichst wenig Müll produzieren – das wäre super. Bisher ist mein Gefühl jedoch, dass meistens nur das eine oder das andere geht.

Beispiele gefällig? Man möchte im Supermarkt regionales und saisonales Obst kaufen – gibt es leider nur abgepackt und nicht in Bio-Qualität. Das Bio-Obst, ebenfalls abgepackt, stammt dann leider aus Spanien oder Italien. Auch auf dem Markt ist es nicht einfach. Zwar kann ich mit dem Obst- und Gemüse-Verkäufer meines Vertrauens über alles reden und er beantwortet mir alle Fragen, aber spätestens wenn ich bei der vierten Sorte gefragt habe, woher sie stammt und unter welchen Bedingungen sie produziert wurde, wird er wahrscheinlich die Geduld mit mir verlieren.

Das mache ich bislang schon:

  • Ich kaufe Naturkosmetik (am liebsten Lavera, „Utopia“ sagt:  „Die natürlichen Inhaltsstoffe stammen überwiegend aus biologischem Anbau, die Lavera-Produkte sind von Natrue zertifiziert. Viele der Produkte sind vegan und als solche klar gekennzeichnet.“) und achte darauf, dass sie keine Mineralöle, Mikroplastik und andere Schadstoffe enthält, aber auch hier entsteht leider sehr viel Verpackungsmüll, was ich nicht konsequent zu Ende gedacht finde.
  • Bei Putzmitteln achte ich darauf, dass sie ökologisch abbaubar sind, aber ich sollte wirklich lernen, mehr auf simple Hausmittel (Natron, Backpulver, Zitronensaft und Co.) zurückzugreifen. Vieles kann man so einfach selber machen.
  • Ich kaufe (soweit möglich) saisonale Produkte. Das ist zwar gerade im Winter bei frischem Obst und Gemüse nicht einfach, fordert aber die Kreativität heraus. Tomaten oder gar Himbeeren im Winter sind für mich tabu.
  • Ich achte bei Obst und Gemüse auf Regionalität. Mein großer Wunsch wäre jedoch ein Ernteanteil an einem regionalen Hof. Mehr dazu gleich.
  • Ich kaufe ausschließlich Bio-Fleisch. Es gibt bei uns relativ wenig Fleisch, aber wenn, dann entweder vom Markt, vom zertifizierten Bauer, oder aus der Bio-Range im Supermarkt.
  • Wo es möglich ist, kaufe ich „REWE Bio“. „Utopia“  schreibt dazu: „Wer […] Wert auf hohe Qualität und Natürlichkeit legt, trifft mit REWE Bio die richtige Entscheidung. Die grüne Eigenmarke von REWE verzichtet bei allen Produkten auf geschmacksintensivierende Hefeextrakte und zugesetzte Aromastoffe, um den ursprünglichen Geschmack der Zutaten zu bewahren. REWE Bio kooperiert mit Naturland und setzt weit strenge Qualitätsstandards. Immer mehr Produkte sind mit dem Zeichen des Ökoverbands zertifiziert. Darüber hinaus tragen viele Kakao-, Tee- und Kaffeeprodukte das Fairtrade-Logo.“
  • Ich meide H&M, C&A und Co. und kaufe und stöbere länger schon gerne bei kleinen, nachhaltigen, fairen Labels, aber bislang sind das leider nur so punktuelle Einkäufe (z.B. Ragware, bill, bill & bill oder meko)
  • Nutella und Co. stehen bei mir seit Längerem auf der schwarzen Liste. Wo immer ich kann, vermeide ich Produkte mit Palmöl.

Mein Ziel für 2018

Ganz einfach gesagt: Ich möchte beim Einkaufen möglichst viel richtig machen. Das heißt einerseits, dass ich verstärkt auf die richtigen Siegel achten möchte und dass ich von vornherein die richtigen Shops raussuche. Bei Fairtrade Deutschland habe ich zum Beispiel einen Einkaufs-Finder entdeckt, der zeigt, wo man in der Nähe Fairtrade-Produkte kaufen kann. Immerhin ein paar Shops gibt es in Hamburg, die ich mir mal näher anschauen werde. Überhaupt möchte ich gerne häufiger in kleinen Läden und einzelnen Geschäften einkaufen und weniger bei großen Ketten.

Beim Kauf von Putzmitteln und Co. werde ich einmal Ecover ausprobieren. Ich lese immer häufiger Gutes über die Marke, z.B. bei „Utopia“: „Ecover setzt ausschließlich nachwachsende pflanzliche und mineralische Rohstoffe ein. Diese sind biologisch abbaubar (außer der Mineralien) und sogar für Pflanzenkläranlagen geeignet. Die Produkte enthalten natürliche Duftstoffe – es gibt jedoch auch eine duftstofffreie Produktlinie speziell für Allergiker. Ecover erfüllt den Standard des Netzwerks „Cruelty Free“ für Tierversuchsfreiheit und trägt das „Leaping Bunny“-Siegel. Zwar enthalten einige Produkte von Ecover Palmöl, das Unternehmen bemüht sich jedoch seit einiger Zeit aktiv darum, einen Ersatz dafür zu finden.“ Parallel dazu möchte ich mehr natürlich Hausmittel verwenden und auf Chemikalien verzichten, wo es möglich ist.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Ernteanteil: Seit ich zum ersten Mal davon gehört habe, möchte ich das gerne machen. Hier wird die Idee der solidarischen Landwirtschaft wunderbar erklärt. Die Idee ist einfach: Als Mitglied zahlt man einen monatlichen Beitrag an die landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft, der es den Landwirten ermöglicht, „sich unabhängig von Marktzwängen einer guten landwirtschaftlichen Praxis zu widmen, den Boden furchtbar zu erhalten und bedürfnisorientiert zu wirtschaften.“ Als Mitglied bekommt man im Gegenzug „gesunde, frische Nahrungsmittel aus der Region und aus ökologischem Anbau“. Perfekt, oder? Den eigenen Ernteanteil holt man sich dann in einer lokalen FoodCoop oder in einem Hofladen ab.

Das wollte ich jetzt so lange schon einmal testen, aber wenn man viel unterwegs ist, ist die Gefahr zu groß, dass das frische Obst und Gemüse nicht verbraucht wird. Ich werde mich jetzt aber einmal für einen 4-Wochen-Test-Ernteanteil anmelden und dann berichten, wie das im Alltag funktioniert. Vielleicht gibt es so etwas ja auch in eurer Nähe? Hier könnt ihr nach „Solawis“ suchen.

Das soll es nun erst einmal gewesen sein. Genug gute Vorsätze für ein Jahr, würde ich sagen. Natürlich ist es noch immer ein langer Weg bis zum Idealbild und ich maße mir nicht an, (dann) alles richtig zu machen, aber jeder Weg beginnt ja mit den ersten Schritten. Man könnte die Liste natürlich noch beliebig erweitern: weite Strecken nicht mit dem Auto fahren, mehr auf die Bahn setzen, Slow Travelling statt Fernreise mit dem Flugzeug etc. Das alles ist gut und richtig – aber irgendwo muss man anfangen. Also:

Meine 7 großen Ziele für 2018 im Überblick:

  1. Unverpackt-Laden ausprobieren, auch wenn er ein bisschen abseits meiner Route liegt
  2. Ernteanteil 4 Wochen lang testen
  3. Einkäufe besser planen und Lebensmittel ggf. gleich verarbeiten (Meal Prep)
  4. Weniger Überflüssiges anschaffen, auf das Wesentliche konzentrieren und die Dinge besser pflegen
  5. Beim Einkaufen auf Bio- und Fairtrade-Siegel achten, kleinere Läden und Labels stärker beachten
  6. Mehr mit natürlichen Hausmitteln putzen
  7. Für Möglichkeiten zur Mülltrennung am Haus engagieren

Klingt doch machbar, oder? Was sind eure Nachhaltigkeits-Ziele für 2018?

Kältehilfe – so kannst du Wärme schenken

Eine liebe Freundin von mir hat dieses Wochenende in Hamburg einen Kleidertausch organisiert – eine großartige Idee! Das Besondere: Er fand in den Räumen von Hanseatic Help statt und alle aussortierten Kleidungsstücke, die kein neues Zuhause bei den Teilnehmern gefunden haben, wanderten direkt in die Kleiderspende von Hanseatic Help – und gehen damit an Geflüchtete, Obdachlose, Frauenhäuser und Kinderheime. Eine Win-Win-Situation: Man schafft Platz und Ordnung im Kleiderschrank – und tut zugleich noch etwas Gutes. Ein bisschen schade ist es nur, dass viele von uns gerade vor allem Sommersachen aussortieren, die sie nächstes Jahr nicht mehr tragen wollen.

Denn was Hanseatic Help und andere Hilfsorganisationen jetzt vor allem brauchen, sind warme Wintersachen. Aber nicht nur das: Winterschuhe, dicke, warme Socken, Schlafsäcke und Zelte sind ebenfalls Mangelware – und werden doch so dringend gebraucht (hier schreibt Hanseatic Help, welche Sachspenden gerade dringend benötigt werden). Denn jetzt wird es so richtig kalt.

Wärme schenken – wie geht das?

Was kann man also tun, um den Menschen, die nicht das Glück haben, jede Nacht in einem warmen Bett und sicher und geborgen in den eigenen vier Wänden zu schlafen, ein wenig Schutz gegen die Kälte zu bieten? Das habe ich mich gefragt – und ein paar Antworten gefunden. Dabei habe ich mich auf die beiden Städte konzentriert, die ich kenne – Berlin und Hamburg – aber das lässt sich auch auf viele andere Städte in Deutschland übertragen.

Für die Kältehilfe spenden

Viele Städte bieten eine Kältehilfe an. Sie soll obdachlosen Menschen eine schnelle und unbürokratische Übernachtungsmöglichkeit bieten, wenn es draußen kalt ist. Das Angebot umfasst Beratungsstellen, Notübernachtungen, Nachtcafés und Suppenküchen – eben alles, was verhindert, dass die Menschen draußen erfrieren. Hier geht es zur Berliner Kältehilfe und zum Mitternachtsbus der Diakonie Hamburg, der jeden Abend zu den Schlafplätzen der Obdachlosen fährt. Die ehrenamtlichen Mitarbeitern bringen heiße Getränke, Brot, warme Decken und Kleidung mit, aber auch menschliche Wärme und Anteilnahme.

Warme Kleidung spenden

Fast jeder von uns hat im Schrank noch Wintersachen, die er in diesem Winter garantiert nicht tragen wird. Weil sie ein bisschen aus der Mode gekommen sind oder weil man sich daran satt gesehen hat oder weil sie einfach nicht mehr richtig sitzen. Perfekt, denn andere Menschen freuen sich darüber. In Hamburg nimmt Hanseatic Help die Sachspenden entgegen, in Berlin ist es die Berliner Stadtmission. Eine Google-Suche hilft, die passende Kältehilfe für deine Stadt zu finden.

Hilfsprojekte finanziell unterstützen

Der wohl schnellste und einfachste Weg sind Geldspenden. Sie ermöglichen es, den Helfern, ihre Arbeit zu tun. Ich selbst unterstütze jetzt das dritte Jahr in Folge ein Hamburger Kältehilfs-Projekt über betterplace.org. Genauer: den Mitternachtsbus der Diakonie. Zur Zeit wird über betterplace Geld für Schlafsäcke gesammelt, aber auch für warme Socken, Decken gegen die Kälte, Unterwäsche, warme Kleidung und Isomatten wurde in diesem Projekt schon gespendet.  Das Ziel für die Schlafsäcke (15 Euro pro Stück, insgesamt benötigt: 1.500 Euro) ist bald erreicht. Wer also noch helfen will, kann das gleich tun.

Doch Projekte wie dieses gibt es viele – und zwar überall in Deutschland. Hier gibt es eine Übersicht über alle aktuellen Spendenprojekte in der Kältehilfe auf der Spendenplattform. Die Projekte sind regional und haben einen sehr klar definierten Verwendungszweck für die Spenden. So wisst ihr genau, was mit eurem Geld passiert.

Das höchste Gut: Zeit spenden

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann – die Königsdiziplin! – auch vor Ort helfen und warme Decken, Kleidung, Lebensmittel und warme Getränke austeilen oder sich in den Notunterkünften engagieren. Diese ehrenamtlichen Helfer haben meinen tiefsten Respekt. In Hamburg geht das zum Beispiel im Förderverein Winternotprogramm, wo immer Unterstützung bei der Essenszubereitung gebraucht wird. In Berlin könnt ihr bei Laib und Seele Essen für die Berliner Tafel ausgeben oder ehrenamtlich bei der Berliner Stadtmission mitarbeiten.

Wenn das nichts für euch ist, könnt ihr schon helfen, indem ihr euch die Nummer des Kältebusses in eurer Stadt im Handy abspeichert und den Bus ruft, wenn ihr in einer kalten Nacht obdachlose Menschen seht, die Hilfe brauchen. In Berlin ist das die Nummer 0178/ 523 58-38. In Hamburg erfüllt der Mitternachtsbus diese Aufgabe NICHT. Für gefährdete Obdachlose gibt es aber eine Hotline der Sozialbehörde. Die Nummer 040 42828-5000 ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Ansonsten gilt: Wenn obdachlose Menschen dringend Hilfe benötigen, immer die 112 anrufen.

Ich selbst möchte in diesem Jahr noch stärker darauf achten und sehen, was ich erübrigen kann, um zu helfen. Wie ist es mit euch?

Kennt ihr noch mehr Projekte, die man gut unterstützen kann, oder wisst, wo gezielt Hilfe gebraucht wird?

 

 

Das Kleiderschrank-Projekt III: Gut Ding will Weile haben

Ich gebe es ehrlich zu: Ich bin kein besonders geduldiger Mensch. Tatsächlich habe ich Dinge immer SCHNELL und SOFORT getan, wenn ich sie tun wollte. Ich wusste, ich hätte für das Bild eine Skizze anfertigen sollen, bevor ich mit Acryl auf Leinwand gemalt habe. Hab ich aber nicht gemacht. Vor jeder Strickanleitung steht, man soll eine Maschenprobe machen. Habe ich aber auch noch nie gemacht. Meine besten Klausuren in der Schule waren die, die lange vor der Zeit fertig waren, während alle anderen noch fleißig geschrieben haben. Vielleicht hätte ich mir vorher ausführlicher Gedanken oder Notizen machen sollen. Hab ich aber nicht gemacht.

Einmal etwas richtig machen

Und so wäre auch das Kleiderschrank-Projekt eigentlich dazu verdammt gewesen, dass ich die ersten vier Kapitel des Buches lese, mich dann in die Recherche auf Pinterest stürze und mich am nächsten Tag mit zahl- und planlosen Einkaufstüten pleite und erschöpft auf dem Wohnzimmerboden wiederfinde. Doch während meine Strategie bei Klausuren immer aufgegangen ist, wäre das bei meinem Kleiderschrank-Projekt absolut zum Scheitern verurteilt gewesen. Denn anders als mit Worten kann ich mit Klamotten leider nicht besonders gut umgehen. Und hier wollte ich wirklich einmal etwas richtig von Grund auf richtig machen!

Deshalb habe ich mich gezügelt und bin bis Seite 170 gekommen, bevor ich shoppen gegangen bin. Nämlich erst dann, als Anuschka Rees mir offiziell die Erlaubnis dazu erteilte. Ich habe mich sogar an ihren 4-Punkte-Plan gehalten und alles beherzigt, was sie unter „Die drei häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden“ aufgelistet hat. Ich habe deshalb NICHT zugunsten des Preises auf Qualität verzichtet. Im Gegenteil, ich habe wenige Teile gekauft, dafür mehr Geld ausgegeben als gedacht, und mich in jedes einzelne Stück verliebt. Ich habe NICHT meine ganze Garderobe auf einmal gekauft, sondern mit drei Blusen, zwei Cardigans und einem riesigen Kuschelschal begonnen. Und: Ich habe KEINE komplett neue Garderobe gekauft, kurz bevor eine große Veränderung ansteht. Letzteres vor allem, weil keine große Veränderung ansteht. Aber auf die Punkte 1 und 2 bin ich sehr stolz.

Viscose und ich – eine Liebesgeschichte

Es hat ewig gedauert, bis ich mich für die Teile entschieden hatte, aber jedes einzelne davon ist von ganzem Herzen ein JA!!! Meine neue Liebe: Viscose! Die fühlte sich so unfassbar gut und angenehm kühl auf der Haut an, dass ich ihr nicht widerstehen konnte. Mit ziemlich schlechtem Gewissen („Das ist doch bestimmt eine fiese Kunstfaser!“) recherchierte ich – und stellte fest, dass Viscose – ganz im Gegenteil – sogar ein sehr umweltfreundlicher Stoff ist! Er wird aus Zellstoff auf Basis von Buchen-, Fichten-, Pinien- oder Bambusholz hergestellt und damit aus nachwachsenden Rohstoffen. Er ist biologisch abbaubar und verbraucht in der Herstellung deutlich weniger Energie und Wasser als Baumwolle. Ist es da ein Wunder, dass ich mich sofort verliebt habe?

Und so kam es, dass ich nun doch noch auf Aspekte der Nachhaltigkeit Rücksicht nehmen konnte und nun langlebige, hochwertige Teile im Kleiderschrank habe, an denen ich lange Freude haben werde. 

Und was habe ich mit den aussortierten Teilen gemacht?

Kleidertausch und Kleiderspende ❤

Aussortiert habe ich natürlich auch ordentlich. Die meisten Teile davon (viele fast ungetragen, einiges an Business-Kleidung, aber auch viele Freizeit-Klamotten) gehen am 11.11. zum „Stoffwechsel“, einem Kleidertausch, den eine liebe Freundin von mir zusammen mit Hanseatic Help in Hamburg organisiert.

Die Idee: Jeder bringt mit, was er bzw. sie nicht mehr tragen möchte, und alle können schauen, ob sie dort ein neues Lieblingsteil entdecken, das sie mit nach Hause nehmen wollen. Alles, was keine neue Heimat findet, geht direkt an die Kleiderkammer von Hanseatic Help. Ich habe dort selbst schon zwei mal mitgeholfen und finde, die Leute machen einen großartigen Job – und das auch noch ehrenamtlich. Wenn ihr die Arbeit von Hanseatic Help unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: Für Hanseatic Help spenden.

Upcycling mit sozialer Verantwortung ❤

Ein paar Teile habe ich selbst geflickt und ein wenig umgeändert, sodass ich sie wieder tragen kann, und ein Kleid habe ich zum Schneider gebracht, wo es jetzt geändert wird. Aber das ist noch nicht alles: Eine Jeans mit Loch im Schritt, die wirklich nicht zu reparieren ist, geht an die wundervollen Leute von Bridge & Tunnel in Hamburg. Gesellschaftlich benachteiligte Menschen, unter anderem mit Fluchtgeschichte, nähen dort aus „post-consumer waste (Alttextilien und Altkleidern) sowie pre-consumer waste (Materialüberschüsse, die bei der Produktion anfallen)“ tolle Taschen, Accessoires, Teppiche und Kleidung.

Und wenn man möchte, kann man alle Teile aus seinen eigenen alten Lieblingsjeans anfertigen lassen. So entstehen echte Unikate, die man garantiert lange lieben wird! Darauf freue ich mich jetzt schon sehr. Ausgesucht habe ich mir übrigens die Festival-Bag MUKTA.

Habt ihr noch mehr tolle Ideen, was man mit aussortierten Kleidungsstücken machen kann?

 

Strohhalme aus Glas – Party ohne Plastik!

Wusstet ihr, dass weltweit 3 Millionen Plastik-Strohhalme verbraucht und weggeworfen werden? JEDEN TAG?! …und das oftmals vollkommen grundlos? Denn seien wir mal ehrlich: Wann genau braucht man eigentlich einen Strohhalm? In Cocktails und Limonaden mit vielen Zutaten, die das Trinken erschweren, vielleicht. Aber für einen Kaffee? Für einen Saft? Für Cola? Eigentlich vollkommen unnötig, oder? Dennoch gehören Plastik-Strohhalme zu den Top5-Ozeanverschmutzern weltweit.

Ich habe mich deshalb so gefreut, als ich das erste Mal von HALM gehört habe, einem deutschen Start-up, das bruchsichere Strohhalme aus Glas herstellt. Warum? In einem Thailand-Urlaub fiel den beiden Gründern, Hannah und Sebastian, auf, dass an den Stränden sehr viel Plastikmüll aus dem Indischen Ozean angeschwemmt wurde. Kurzerhand organisierten sie ein Beach-Clean-up – und stellten dabei fest, dass jedes zweite Teil, das sie in die fünfundzwanzig (!!) 150-Liter-Müllsäcke stopften, ein Plastik-Strohhalm war!

Im Durchschnitt wird ein Strohhalm nur 15 Minuten benutzt, es dauert jedoch 300 bis 500 Jahre, bis diese Plastik nicht mehr auf dem Planeten ist.

Mit ihrem HALM bieten sie jetzt eine, wie sie selber sagen, „leckere und sexy“ Alternative zu Plastik-Strohhalmen an. Weil die Halme aus Glas gefertigt werden, fallen eine Reihe von negativen „Nebenwirkungen“ anderer Ersatzprodukte weg. So haben Strohhalm-Alternativen aus Papier, Metall, Bambus oder Stroh zum Beispiel oft das Problem, dass sie nicht besonders hygienisch sind oder unangenehm schmecken.

Einziger Nachteil von Glas: Es zerbricht. Doch auch dafür haben Hannah und Sebastian von HALM eine Lösung gefunden. Das Glas wird besonders gehärtet und ist bruchsicher und hitzeresistent, sodass die Halme in der Spülmaschine gereinigt werden können. Das ist hygienisch und fühlt sich auch noch richtig cool aus.

so trinkt es sich aus den Glasstrohhalmen

Ich habe HALM gleich mal ausprobiert und ich finde, neben dem ungewohnten, aber angenehm glatten Gefühl beim Trinken, vor allem faszinierend, dass HALM den Geschmack wirklich nicht beeinflusst. Das Einzige, worauf man achten muss, sind die Zähne. Wenn ihr nämlich auch aus Gewohnheit auf Strohhalmen rumknabbert, während ihr damit im Cocktail stochert (wie ich), macht sich das bruchfeste Glas brutal bemerkbar. Aber davon einmal abgesehen gibt’s absolut nichts zu meckern – sogar die Herstellung ist umweltbewusst und nachhaltig gedacht!

Ein Set mit 1 Glastrinkhalm + Bürste (gibt’s in unterschiedlichen Formen und Längen) kostet 5,90 Euro. 4er-Sets bekommt ihr für 17,90 Euro. Eine gute Investition, denn Hannah und Sebastian versprechen, dass die Halme so langlebig sind, dass ihr sie sogar euren Enkeln noch vererben könnt. Aber packt sie vorher unbedingt mal in die Spülmaschine… 😉

DISCLAIMER: Dieser Artikel spiegelt nur meine eigene Meinung wider und ist nicht Bestandteil einer Kooperation – weder bezahlt noch unbezahlt.

 

 

Das Kleiderschrank-Projekt II – HILFE, gibt’s das auch in nachhaltig?

Vor zwei Wochen habe ich begonnen, mit dem Buch „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees meinen persönlichen Stil UND meinen Kleiderschrank umzukrempeln. Wie die ersten Schritte gelaufen sind, könnt ihr hier nachlesen. Seitdem habe ich mir wirklich Mühe gegeben und mich Schritt für Schritt an das Buch gehalten. Das war gar nicht einfach…

Ich habe dafür immer wieder geduldig Fragen zu meinem persönlichen Stil beantwortet, Listen erstellt, neue Fragen beantwortet, Listen wieder überarbeitet, Moodboards erstellt (die Zusammenfassung gibt’s auf diesem Pinterest-Board zu sehen) und überarbeitet, war einen ganzen Tag lang in der Innenstadt und habe mich vier Stunden lang durch sämtliche Teile durchprobiert, die auch nur im Entferntesten etwas mit meinem Traum-Look zu tun haben – und nun DAS!

Ich kann die Kleidungsstücke, die ich brauche, nicht nachhaltig kaufen.

HILFE, gibt’s das auch nachhaltig?

Der Plan ist eigentlich ganz einfach: Wer sein Moodboard und eine Zusammenfassung erstellt UND seinen Kleiderschrank einer Detox-Kur unterzogen hat, darf losziehen und sich schöne neue Sachen kaufen, die dem Stil entsprechen. Das wollte ich natürlich möglichst nachhaltig tun.(„Du machst es dir aber auch gerne kompliziert“, war die Antwort einer lieben Freundin, als ich ihr von diesem Plan erzählte.)

Doch tatsächlich gibt es fast nichts von dem, was ich auf meinen Moodboards verewigt habe, von fair produzierten, umweltbewussten Labels. Im Avocadostore wurde ich nicht fündig und auch auf den Seiten einzelner Labels (Bleed, Greenality, Glore etc.) sah es ganz düster aus. Versteht mich nicht falsch: Die haben viele schöne Sachen, aber leider nicht die, die ich mir so mühsam als Bestandteile meines „neuen Stils“ (er heißt übrigens „elegante Lagen-Romantik“ – kreativ, oder?) erarbeitet habe.

Da ich aber bereits meinen Kleiderschrank aussortiert habe, habe ich nun zwei Möglichkeiten: Ich gehe entweder zukünftig nackt zur Arbeit oder ich muss mich damit abfinden, dass ich „herumlaufen muss, wie alle anderen“, um meinen Freund zu zitieren. Damit meint er, dass meine Kleidung in den meisten Fällen vermutlich nicht fair und umweltbewusst produziert wurde… kein Recycling, keine innovativen Ideen, nicht vegan und nicht biologisch abbaubar und so weiter und so fort.

Die Idee war wohl zu gut…

Das macht leider, dass sich das ganze Projekt gleich ein bisschen weniger toll anfühlt und dass es etwas von einem Verrat an mir und der Idee hat. Vielleicht war die Vorstellung einfach zu schön? Einfach bei Null anfangen, alles umkrempeln und einen frischen, gesunden und nachhaltigen Start hinzulegen…

Vielleicht hat aber auch noch jemand von euch einen Tipp, wo ich mal schauen könnte. Ich wäre sehr dankbar!!

Wenigstens wurde mein Kleiderschrank gedetoxed!

Aber ein Gutes hat die Sache dann doch: Ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet. Oder in den Worten von Anuschka Rees: Kleiderschrank-Detox gemacht. Das habe ich zwar eigentlich erst vor wenigen Monaten für einen Klamottentausch-Nachmittag gemacht, aber es ist erstaunlich, wie viel jetzt trotzdem wieder aussortiert werden konnte. Man wird eben bei jedem mal mutiger…