Regional einkaufen: Das Wochenmarkt-Experiment

In meinem Artikel mit Ideen, den eigenen CO2-Fußabdruck zu verbessern, habe ich mir vorgenommen, einmal zu schauen, wie weit man in Hamburg kommt, wenn man so viel wie möglich auf Wochenmärkten kauft. Dafür habe ich eine Liste der Wochenmärkte in meiner Umgebung erstellt, mit der ich bei Bedarf jeden Tag frisch einkaufen gehen kann.

Wenn man einmal recherchiert, ist es überraschend, wie viele Wochenmärkte es in Hamburg überhaupt gibt – und wie viele man davon relativ unkompliziert erreichen kann. Einziges Manko: die Öffnungszeiten! Die meisten Märkte haben wochentags am Vormittag geöffnet. Welcher berufstätige Mensch soll da einkaufen gehen können? Da ich inzwischen im Mutterschutz bin, ist das für mich nun kein Problem mehr. Seltsam ist es trotzdem… Ich gehe davon aus, dass mehr Menschen die Gelegenheit nutzen würden, würden die Märkte nicht schon um 13 Uhr schließen.

Hier nun meine persönliche Liste für Wochenmärkte in Hamburg:

  • Montag 8:00 – 13:00 Uhr Wandsbek Markt
  • Dienstag 8:30 – 13:00 Uhr Wiesendamm am Bhf Barmbek
  • Mittwoch 8:30 – 13:00 Uhr Straßburger Platz
  • Donnerstag 8:30 – 13:00 Uhr Hartzloh (Rübenkamp)
  • Freitag bis 18:00 Uhr Vogelweide
  • Samstag 8:30 – 13:00 Uhr Goldbekufer und Volksdorf 8:00 – 13:00 Uhr

Tag 1: Montag auf dem Wochenmarkt Wandsbek Markt

Meine Idee war, den Einkauf gleich mit einem Spaziergang zu verbinden. In diesem Fall hat er sich gelohnt: Etwa eine halbe Stunde habe ich für knapp 5 Kilometer gebraucht – und war dann fix und fertig. Der Markt selbst ist leider sehr, sehr klein, sodass ich nicht weiß, ob er den Weg wirklich lohnt. Die Auswahl war in Ordnung, ich kenne aber von anderen Märkten eine schönere Atmosphäre.

Bekommen habe ich trotzdem fast alles, was ich wollte: eine Salatgurke, 750 Gramm Spinat, 6 Tomaten, 1 Blumenkohl, 10 süße Zwetschgen und 700 Gramm Kartoffeln für 12 Euro. Dazu noch ein Brot vom Bäcker um die Ecke. Leider wurde das Brot in Plastik verpackt und auch auf dem Wochenmarkt bekam ich, allen Versuchen, Stoffbeutel zum Einsatz zu bringen, zum Trotz zwei grüne Plastiktüten ausgehändigt. Milch- und Wurstprodukte mussten als unerledigte Posten auf der Einkaufsliste bleiben. Ich bin gespannt, ob ich sie noch bekommen kann, ohne schließlich doch in den Supermarkt zu müssen.

Spannend hinterher: Das ganze frische Obst und Gemüse so lagern, dass es sich möglichst lange hält. Tomaten zum Beispiel am besten locker in einer Schale, Spinat in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank, Blumenkohl ohne Blätter im Gemüsefach, Salatgurke bei Zimmertemperatur… Wisst ihr immer, wie ihr eure Lebensmittel lagern müsst?

Erste Erkenntnis: Auf dem Wochenmarkt einkaufen und die Einkäufe dann richtig lagern, dauert seine Zeit. Da ist man insgesamt wirklich den halben Tag mit der Beschaffung von Essen beschäftigt. Das hat etwas sehr Ursprüngliches…

Tag 2: Freitag auf dem Wochenmarkt an der Vogelweide

Ich bin beeindruckt, wie lange ich mit meinen Einkäufen vom Montag ausgekommen bin. Zwischendurch musste ich nur einen Zwischenstopp bei Rewe einlegen, um ein paar Milchprodukte zu besorgen. Am Montag hatte ich dazu keine Gelegenheit, weil es keinen entsprechenden Stand gab, auf anderen Märkten ist mir aufgefallen, dass es schwierig ist, Milchprodukte zu bekommen, die nicht aus Rohmilch gefertigt sind. Das ist in der Schwangerschaft leider ein Problem. Worüber ich mich besonders freue: Ich habe alles aufgebraucht und keine Lebensmittel wegwerfen müssen. #eatupchallenge

Am Freitag war es dann wieder Zeit für meinen persönlichen Wohlfühlmarkt: Auf dem Wochenmarkt an der Vogelweide in Hamburg fühle ich mich nämlich sehr zu Hause. Ich kenne die Gemüsehändler vom Demeter-Hof, mit denen ich häufig plaudere und Ideen für die Zubereitung einzelner Obst- und Gemüse-Sorten austausche, und ich habe mich riesig gefreut, dass der Blumenhändler nach einer langen, krankheitsbedingten Pause zurück war. Weil wir am Wochenende Besuch bekamen, war die Einkaufsliste entsprechend lang und ich legte auch beim Fleischer einen Zwischenstopp ein.

Insgesamt 45 Euro habe ich für viel frisches Gemüse, Eier, Wurst-Aufschnitt und einen Blumenstrauß ausgegeben – und davon konnten wir uns zu viert das ganze Wochenende ernähren. Von dem, was übrig geblieben ist, habe ich Montag und Dienstag noch gekocht. Nur Käse gab es leider wieder aus dem Supermarkt.

CO2-Fußabdruck verbessern: 6 Schritte, um endlich loszulegen

Der aktuelle Sommer hat es uns deutlich vor Augen geführt: Der Klimawandel ist in vollem Gange und es ist allerhöchste Zeit, selbst etwas zu tun und aktiv zu werden. Bio-Lebensmittel kaufen und Stoffbeutel zum Einkaufen zu verwenden alleine reicht nicht.

Darüber habe ich in den letzten Wochen viel nachgedacht und bin zu der gleichen Erkenntnis gekommen wie DariaDaria in ihrem wundervollen und zugleich beängstigenden Blog-Eintrag „Du stehst näher am Abgrund als du denkst“:

[…] Zum Anderen sind wir zu bequem. Zu bequem, aktiver zu werden, zu bequem, über das unbequeme Thema zu sprechen, zu bequem, diesen oder andere lange Texte über Klimawandel bis zum Ende zu lesen, zu bequem die bequeme Komfortzone zu verlassen. Wir, die Menschen, die in keinem Slum leben, die auf keinem Baumwollfeld stehen, wir, die Menschen die in Europa leben. Wir, die Menschen der EU, die das höchste bzw. zweithöchste Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt weltweit verzeichnen. Selbst als Student in Wien, mit einem minimalen Einkommen, ist dein Hebel wirtschaftlich gesehen um ein Vielfaches höher als der eines Bewohners Indiens. Und trotzdem fliegen wir Kurzstrecken, kaufen toxische Kleidung, essen Fleisch. Immer argumentierend, dass die bessere Entscheidung zu teuer wäre, obwohl wir es uns, mit ein bisschen Mühe, leisten könnten, mehr Zug zu fahren, weniger und dafür ökologische Produkte zu kaufen und kein Fleisch zu essen. Es sind scheinheilige Argumente, die wir jeden Tag von uns geben wie tibetanische Gebetsmühlen. Außer Acht lassend, dass es vor allem dann richtig teuer wird, wenn der Abgrund noch näher kommt.

Es ist höchste Zeit, etwas zu tun!

Laut CO2-Rechner vom Umwelt-Bundesamt liegt mein persönlicher CO2-Verbrauch vor Beginn der Umstellung bei 9,05 Tonnen, wobei in der Berechnung viele Schätzungen enthalten sind. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 11,63 Tonnen. Zeit, die CO2-Emission zu reduzieren, denn um den Treibhaus-Effekt nicht zu verstärken und das Klima zu schützen, darf, laut Utopia, jeder Mensch jährlich nicht mehr als 2 Tonnen CO2 produzieren. Das heißt: Jeder Deutsche produziert 6 x mehr CO2 als er eigentlich dürfte!
Und wie viel produzierst du? Rechne es aus und lass dir dein persönliches CO2-Szenario zur Optimierung erstellen.

Ich habe nun also für mich eine persönliche To-Do-Liste erstellt, die ich zum Teil bereits angegangen bin und zum größeren Teil in den nächsten Wochen noch angehen möchte. Wirklich nachhaltig und vollumfänglich den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren, wird eine Herausforderung, zumal wir gerade unser erstes Kind erwarten und das Leben mit Baby wohl ein bisschen chaotischer und weniger planbar wird. Aber gerade deshalb möchte ich vorher so viel wie möglich erledigen.

Greenpeace Deutschland zeigt übrigens in einer tollen Grafik, wie sich unser heutiger Fußabdruck im Einzelnen verändern müsste.

CO2-Fußabdruck reduzieren – meine To-Do-Liste

So sieht meine persönliche To-Do-Liste aus – vielleicht ist da das eine oder andere dabei, das du auch direkt auf deine Liste setzen möchtest. Sie basiert auf einer ausführlichen Internet-Recherche und enthält deshalb der Vollständigkeit und Übersicht halber auch Punkte, die ich bereits umsetze.

1. Weniger Fleisch essen

Dieser Punkt stellt für mich zum Beispiel kaum eine Herausforderung da. Ich esse verhältnismäßig selten Fleisch und kaufe sonst Bio-Fleisch aus nachhaltiger Landwirtschaft. Den Verbrauch noch weiter einzudämmen, ist für mich kein Problem. Da fehlt mir nichts. Allein dadurch, dass man weniger Fleisch- und Milchprodukte konsumiert, kann man im Jahr bis zu 400 Kilogramm CO2 einsparen. Ein Kilo Rindfleisch hat, laut Naturschutzbund (NABU), mit 13,3 Kilogramm Kohlendioxid nämlich eine besonders schlechte CO2-Bilanz.

2. Weniger fliegen und stattdessen Bahn fahren

Hier spielt mir meine Flugangst wunderbar in die Karten: Wann immer es möglich ist, vermeide ich das Fliegen. In unseren Sommerurlaub in Italien sind wir in diesem Jahr mit dem Zug gefahren, anstatt zu fliegen. Das hat mich glücklich gemacht und zugleich unsere CO2-Bilanz verbessert. Meine Baustelle sehe ich jetzt darin, die überzeugten Vielflieger in meinem Umfeld zu bekehren und zum Umsteigen auf die Bahn zu bewegen… Also zieht euch warm an! 😉

3. Weniger Auto fahren

Im Alltag nutze ich unser Auto wenig, innerhalb von Hamburg eigentlich fast gar nicht. Ich habe ein Jahres-Abo vom HVV und wenn ich längere Strecken alleine fahre, nehme ich in der Regel die Bahn, BahnCard 25 und Sparpreisen sei Dank. Ich vermute jedoch, dass sich das mit Kind ein wenig ändern wird. Immerhin ist unser Auto ein Hybrid. Aber das entbindet nicht davon, vor jeder Fahrt zu überlegen, ob sie wirklich notwendig ist.

4. Umstellung auf Öko-Strom

Hier kann man tatsächlich mit ganz wenig Aufwand richtig viel bewegen, wie Jenny Blekker von der BUNDjugend National Geographic erklärt hat:

Ein Drei- bis Vier-Personen-Haushalt, der zu einem unabhängigen Ökostromanbieter wechselt, kann bis zu 1,9 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Wow! Das ist auf jeden Fall eine Hausnummer! Ich habe deshalb recherchiert und dabei festgestellt: Öko-Strom ist nicht gleich Öko-Strom. Utopia erklärt ganz toll den Unterschied zwischen echten Öko-Strom-Anbietern und Mogelpackungen.

Über die Beteiligung an Hunderten von regionalen Energieversorgern und durch die Gründung von scheinbar „grünen“ Tochterunternehmen verstecken sich hinter grün gewaschenen Tarifen die alten Atomkonzerne.

Der Ökostrom dieser Anbieter wurde zwar ebenfalls regenerativ gewonnen – doch wer einen solchen Tarif wählt, zahlt sein Geld an Unternehmen, die nach wie vor an Atomenergie- und Kohlekraftwerken investieren und für diese oft auch noch aktiv politischen Lobbyismus betreiben.

Utopia empfiehlt deshalb die Anbieter EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick, Naturstrom und Die Bürgerwerke sowie Polarstern, Mann Naturenergie, Grünstromwerk und Entega. Auf dieser Basis kann man dann den Ökostrom-Vergleich von Check24.de verwenden, um einen geeigneten Anbieter zu finden. Meine Wahl fiel nun schließlich auf SimplyGreen von Entega.

5. Im Haushalt Energie sparen

  • Beim neuen Kühlschrank (den wir ohnehin brauchen) auf Energieeffizienzklasse A+++, eine geeignete Größe für unseren Haushalt, ein Warnsignal bei Temperaturerhöhung (z.B. durch eine geöffnete Tür) und einen Inverter-Kompressor achten. Ich habe schon ein tolles Gerät gefunden.
  • Alle verbliebenen Glühbirnen in unserem Haushalt durch LED und Energiesparlampen ersetzen.
  • Elektrogeräte mit einem Kippschalter komplett ausschalten, wenn sie nicht genutzt werden.
  • Die Spülmaschine verwenden, anstatt Geschirr von Hand abzuwaschen.
  • Beim Wäsche waschen auf möglichst niedrige Temperaturen achten, die Maschine immer komplett befüllen und den Wäschetrockner meiden. Vor allem Letzteres ist kein Problem für mich, da ich Wäsche sowieso am liebsten an der Luft im Wäscheraum trocknen lasse.
  • Wann immer möglich Toaster oder Wasserkocher statt des Herdes verwenden.

6. Aktiv Umweltschutz betreiben

  • Regionale und saisonale BIO-Produkte kaufen, lange Transportwege und Verpackungen vermeiden. So kann man pro Person bis zu 700 Kilogramm CO2 sparen. Hier kommt mir meine Elternzeit sehr gelegen. Ich habe für jeden Wochentag einen Wochenmarkt ausfindig gemacht. Außerdem möchte ich zeitnah einen vegetarischen Ernteanteil einer nahegelegenen Solidarischen Landwirtschaft testen.
  • Einkäufe und Mahlzeiten besser planen und nur das kaufen, was ich wirklich benötige, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Am besten frisch einkaufen, was ich für den jeweiligen Tag brauche.
  • Plastikbeutel und Plastikverpackungen vermeiden. Stoffbeutel habe ich schon seit Jahren immer zur Hand. Die Menge an Plastikmüll wird sich reduzieren, sobald ich weniger im Supermarkt und dafür mehr auf dem Wochenmarkt einkaufen gehe.
  • Sämtliche Papier-Kataloge und -Werbemittel abbestellen, die per Post kommen und stattdessen auf E-Mail-Newsletter umsteigen. Auch Rechnungen und Abrechnungen kann man sich digital zuschicken lassen. Das habe ich heute gemacht: Alle Versandhäuser und Verlage angeschrieben und die Abos abbestellt.
  • Umwelt- und klimafreundliche Kleidung, am besten aus Deutschland, kaufen. Das wird – gerade mit Baby – nicht einfach. Aber der Anfang ist mit einer tollen Wolle/Seide-Erstausstattung gemacht von rundum Schwangerschaft gemacht. Vieles kann man übrigens nachhaltig bei räubersachen.de leihen. Das werden wir testen.
  • Nachhaltige Suchmaschine nutzen: Statt Google verwende ich privat Ecosia. Warum? Das kannst du hier nachlesen.
  • Minimalismus leben: Nur das kaufen, was man wirklich braucht, Kaufentscheidungen gut durchdenken, auf Qualität setzen, weniger Konsum- und Wegwerfprodukte kaufen, mehr selber machen. Auf Sharing und Leihen setzen, wo möglich.
  • Sonstiges: Alles, was ich eben ohnehin schon mache, fortsetzen: Keine To-Go-Becher, möglichst wenig Chemikalien im Haushalt und Mikroplastik in Kosmetik etc.

Ich lege auf jeden Fall direkt mit meiner Liste los und berichte hier darüber. Wie ist es mit euch? Was macht ihr schon? Was habt ihr euch vorgenommen? Wie sind eure Erfahrungen?

Nachhaltiger leben – Ideen von A-Z

Kennt ihr das: Ihr stolpert über tolle Tipps, über Start-ups mit schlauen, nachhaltigen Konzepten und hilfreiche Internetportale – und denkt euch „Das muss ich mir merken!“ Aber wenn dann tatsächlich der Bedarf für eine nachhaltige Lösung für euer Problem ist, wisst ihr nicht mehr, was ihr euch merken wolltet? Mir geht das ständig so, deshalb hatte ich die Idee, alle Tipps in einer Übersicht zu sammeln. Und warum dann nicht gleich so, dass ihr sie alle nutzen könnt?

Vorweg: Ich habe (noch) nicht alles getestet, was in dieser Liste steht. Vieles ist bislang nur als Gedächtnisstütze notiert. Habt ihr Anmerkungen oder Ergänzungen? Dann schreibt mir gerne. 🙂

Nachhaltiger Leben von A bis Z

Die Liste wird fortlaufend ergänzt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

B – Babysachen nachhaltig mieten

Babysachen kaufen macht Spaß, aber die Freude ist nur von kurzer Dauer, wenn die Zwerge ständig aus allem rauswachsen. Deshalb: Mieten statt Kaufen.

  • räubersachen.de: Vermietet ökologische Wollsachen für Babys und Kleinkinder. So wird weniger Kleidung weggeworfen und das Vorhandene wirklich abgetragen. Nebenbei spart man Geld und wertvollen Platz zu Hause.

Quelle: Tipp einer lieben Freundin

B – Bücher nachhaltig kaufen

Nachhaltige Online-Shops für Bücher:

  • buch7.de: 75 Prozent des Gewinns gehen an soziale Projekte, setzt auf Ökostrom
  • fairbuch.de: 2 Prozent des Einkaufswertes gehen an die Kindernothilfe
  • ecobookstore.de: setzt auf erneuerbare Energien und unterstützt mit regelmäßigen Spenden die Umweltorganisation „Rettet den Regenwald“. Quelle: flow Nr. 33/2018

I – Infos über Nachhaltigkeit

  • Viertel-vor.com: Lesenswertes Online-Magazin für mehr Nachhaltigkeit von Anna Schunck und Markus Werner, die zusammen auf einem kleinen Hof in Brandenburg leben

K – Kosmetik kaufen

  • codecheck.info: Die Website bzw. App erlaubt es, Kosmetik (aber auch Lebensmittel und mehr) auf schädliche Inhaltsstoffe hin zu überprüfen. Produkt suchen und verstehen, was drin ist.

L – Lebensmittelverschwendung vermeiden

  • Flowersonmyplate.de zeigt, wie man frisches Obst und Gemüse lagern sollte, damit nichts davon im Müll landet.

R – Regional und saisonal einkaufen

  • Solidarische-landwirtschaft.de: Ganz einfach gesagt bedeutet solidarische Landwirtschaft, dass ihr nicht die Produkte zahlt, sondern mit euren Zahlungen die Produktion von regionalen und saisonalen Produkten unterstützt – und im Gegenzug dafür euren „Ernteanteil“ von einem landwirtschaftlichen Betrieb in eurer Nähe erhaltet, also Obst, Gemüse, Fleisch, Milch, Eier und alles, was der Hof noch so abwirft. Mehr Infos findet ihr auf der Seite. Dort könnt ihr auch nach einer SoLaWi in eurer Nähe suchen.

S – Sonnenschutz

  • Mineralische Sonnencreme ohne Mikroplastik: Der Vorteil von mineralischer Sonnencreme liegt auf der Hand: Sie wird ohne Chemie hergestellt und ist deshalb deutlich besser für uns als herkömmliche Sonnencremes, die häufig problematische oder sogar gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe enthält. Mein Favorit: ECO Cosmetics Sonnencreme Baby & Kids mit LSF 50. Wirkt, ist frei von unweltschädlichen Nanoparktikeln, Aluminiumsalzen, PEG, Parabenen und tierischen Inhaltsstoffen und ist zugleich mild und gut für sensible Haut geeignet. Der Weißeffekt, üblich für mineralische Sonnencremes, hält sich auch in Grenzen.

T – Technische Geräte nachhaltig reparieren lassen

  • backmarket.de: Defekte Geräte, wie Smartphones uns Laptops) reparieren lassen, anstatt sie wegzuwerfen. backmatket.de hat dafür professionelle Werkstätten unter Vertrag – und gibt ein halbes Jahr Garantie. Dafür zahlt ihr nur 30 bis 70 Prozent vom Neupreis. Quelle: flow Nr. 33/2018

U – Unterwäsche nachhaltig kaufen

  • moralisches-angebot.de: Ein wunderbarer Online-Shop, der fair produzierte, ökologische, hübsche und wahnsinnig bequeme Unterwäsche (und Schmuck!) verkauft. Ich habe es getestet.

W – Wasser für unterwegs

  • refill-deutschland.de: Wer nachhaltig denkt und Plastikmüll vermeiden will, hat immer eine wiederverwendbare Trinkflasche dabei. Aber was, wenn sie leer ist? In Läden mit dem „Refill Station“-Zeichen an der Tür kann man sich die mitgebrachte Trinkflasche wieder auffüllen lassen! Quelle: flow Nr. 34/2018

Bienen schützen ODER wie Blumen die Welt retten können

Spätestens in diesem Jahr hat es garantiert jeder mitbekommen: Den Bienen geht es schlecht. Sie finden immer weniger Nahrung, sind bedroht durch Pestizide und Monokulturen sowie durch fehlende Nistmöglichkeiten. Die Folge: Es gibt immer weniger Bienenarten und auch die einzelnen Völker und Populationen werden immer kleiner.

Von den 560 Wildbienenarten, die es laut BUND in Deutschland gibt, sind mehr als die Hälfte bedroht, einige stehen sogar kurz vor dem Aussterben.

Dabei sind wir darauf angewiesen, dass sie unsere Kulturpflanzen bestäuben. Wie unsere Supermärkte aussehen würden, wenn es keine Bienen gebe, hat kürzlich ein Penny-Supermarkt in Hannover in einer spektakulären Aktion gezeigt – nämlich leer!

Doch zum Glück gibt es etwas, was wir selbst tun können: unsere Gärten, Balkone und Balkonkästen bienenfreundlich gestalten, das heißt bienenfreundliche Pflanzen pflanzen. So schaffen wir ein Nahrungsangebot für kleinen Bestäuber. Welche Blumen das sein können, hat der BUND hier zusammengestellt.

Ich habe meine Wildblumensamen schon im April gesät – und nun in drei Balkonkästen auf meinem Balkon eine kleine Bienenoase geschaffen. Und ich hatte Glück: Die Bienen kommen und genießen es. Das macht mich sehr glücklich!

Vielen Dank an meinen lieben Freund, der die wunderschönen Bilder so schnell geschossen hat! ❤

[fì-ne] – endlich ein natürliches Deo, das wirkt!

Das Arbeiten in einer Frauenredaktion hat viele wundervolle Vorteile. Einer davon ist der Austausch mit vielen unterschiedlichen Frauen, die alle einen ganz eigenen Input mitbringen. Eine meiner Kolleginnen aus dem Beauty-Ressort hat zum Beispiel schadstofffreie Kosmetik und aluminumfreie Deos zu ihrem Herzensthema erkoren – und ist die Entdeckerin von [fì-ne]. Nicht die Erfinderin, aber jene Redakteurin, die dem vollkommen neuartigen, organischen Deo zum Durchbruch verhalf, wie Gründerin Judith Springer im Interview mit der Süddeutschen erzählte: „Richtig spürbar wurde der Absatz, als eine Redakteurin von der Brigitte schrieb, das Deo hätte sie so richtig begeistert. Da wurde meine Seite dann gestürmt.“

[fì-ne] – zu gut, um wahr zu sein?

All das erfuhr ich, kurz nachdem ich selbst auf Instagram über [fì-ne] gestolpert war. Selbst gerade sehr frustriert darüber, dass mein aluminiumfreies Deo von CD seit einigen Wochen nicht mehr so richtig wirkte, war ich sofort interessiert: Ein „total pures, organisches und absolut effektives Creme-Deodorant, […] natürlich und zu 100% vegan, frei von Aluminiumsalzen, frei von gentechnisch veränderten Substanzen, Gluten, Nanopartikeln, Parabenen, petrochemischen Zusätzen […], Konservierungs- und Farbstoffen, synthetischen Füll- oder Duftstoffen“ – das klang doch fast zu gut, um wahr zu sein. Es soll sogar essbar sein, schreibt Springer auf ihrer Seite. Sicher gibt es einen Haken, dachte ich.

Ein Preis, der hart an die Schmerzensgrenze geht

Und den gibt es tatsächlich: Es ist der Preis! 93 (!!!) Euro kosten 100 Gramm des vermeintlichen Wundermittels. Heißt: Für die Standardgröße (30 Gramm) von Vetiver Geranium zahlt man 28 Euro. Viel zu viel für einen Test, war meine erste Reaktion (und auch jetzt muss ich ehrlicherweise noch schlucken). Doch dessen scheint sich Judith Springer bewusst zu sein. Sie bietet deshalb – in dem Wissen, dass sie ein grandioses Produkt geschaffen hat – eine Probierpackung an. Drei Milliliter kosten dann 2,80 Euro. Die war ich bereit zu investieren.

[fì-ne] im Test – ich bin begeistert!

Und schon hier merkt man zwei Dinge: 1. Das Deo ist wahnsinnig ergiebig. Vier Tage hielt die Packung! 2. Es wirkt! Die kakaobutterartige Konsistenz und der Duft nach ätherischen und nährenden Ölen (Geranium, Vetiver, Lavendel, Patschuli, Sandelholz, Nelke, Koriander, Teebaum und Lemongrass) sind im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig, aber man gewinnt sie schnell sehr lieb. Denn: Sie schützen so wunderbar (Härtetest im Personalgespräch erfolgreich bestanden!). Noch am Abend riecht die Kleidung dezent nach dem frischen Duft. Unangenehme Gerüche? Keine Spur!

Ich hätte nie für möglich gehalten, dass es ohne Weiteres möglich ist, ein Oberteil 2 oder sogar 3 Mal anzuziehen, bevor es in die Wäsche geht. Was wiederum großartig für den Waschmittel- und Energieverbrauch ist und die Belastung des Wassers mit Mikroplastik reduziert. Gut für mich – und gut für die Umwelt! ❤

Das Gleiche gilt übrigens auch für die hübschen kleinen Gläschen: weniger Plastikmüll – und man kann sie anschließend wunderbar dekorativ weiterverwenden.

Ich habe mir also inzwischen die Standardgröße Vetiver Gernanium bestellt und möchte nie wieder etwas anderes benutzen. Geliefert wird sie mit persönlichem Gruß in einem süßen Säckchen, das die Hochwertigkeit des Produktes noch einmal unterstreicht. Beigelegt ist auch ein kleiner Spatel, mit dem das cremige Deo aus dem Glas entnommen und auf die Haut aufgetragen werden kann. Ich persönlich verzichte auf den Spatel und verteile es mit der Hand. So habe ich ein gutes Gefühl für die Menge und gehe sicher, dass alles gut eingezogen ist, bevor ich das Oberteil überziehe.

Wenn ihr neugierig geworden seid, empfehle ich euch das FAQ mit Judith Springer auf ihrer Seite. Dort klärt sie alle wichtigen Fragen rund um [fì-ne]. Was meint ihr, gebt ihr dem natürlichen Deo eine Chance?

*Disclaimer: Dieser Artikel spiegelt nur meine persönliche Meinung wider und ist nicht Teil einer Kooperation – weder bezahlt noch unbezahlt. Alle Produkte habe ich zum vollen Preis selbst erstanden.*

Kann faire, vegane und ökologische Unterwäsche sexy sein?

Vor einiger Zeit hatte ich die große Freude, die inspirierende Franzi kennenzulernen, die sich mit moralisches-angebot.de, einem Online-Shop für faire, vegane und ökologische Unterwäsche und Accessoires, selbstständig gemacht hat. Bis dahin hatte ich – zugegeben – noch nie darüber nachgedacht, dass ein nachhaltiges Leben auch bedeuten sollte, sogar beim Kauf von Unterwäsche genauer hinzuschauen. Klassischer Fall von „aus den Augen, aus dem Sinn“ würde ich sagen.

Dabei ist Unterwäsche echt ein Knackpunkt, wie mir Franzi erklärte, weil es das Produkt ist, das man einfach nicht gebraucht kauft. Alles andere geht und es ist natürlich am besten, wenn nichts neu produziert wird, aber Unterwäsche braucht man immer frisch.“ Oder wie sie auf ihrer Seite schreibt:

Wir haben hier einen Bedarf… denn auch Hardcore-Ökos kaufen i. d. R. keine gebrauchten Schlüpfer 😉

Recht hat sie!

Und was kann die nachhaltige Unterwäsche?

Und so kam es, dass ich mal durch ihren Shop stöberte. Ich gebe zu, im ersten Moment fand ich das, was ich da sah, recht teuer. So gut mir die Idee gefiel, die Unterwäschepreise von H&M gewohnt, musste ich schon schlucken, als ich sah, dass einzelne Slips hier preislich zwischen 14 und 40 Euro liegen. Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr leuchtete mir auch hier wieder das Konzept Qualität vor Quantität ein.

Alle Textitlien, die man bei moralisches-angebot.de bestellen kann, bestehen aus veganen, nachwachsenden, kontrolliert biologisch angebauten Naturfasern oder aus recycelten bzw. wiederverwerteten Reststoffen und sind pestizidfrei. Dabei muss die Produktion so regional wie möglich erfolgen, um lange Transportwege zu vermeiden und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Mehr darüber lest ihr auf moralisches-angebot.de unter „Antrieb“.

Dass das alles seinen Preis hat – das kann ich total verstehen. Zumal die qualitativ hochwertigen Stücke garantiert länger halten als alles, was man bei H&M und Co. kaufen kann.

Muffiges Öko-Image? Absolut NICHT!

Und das Beste: Die Wäsche hat absolut nichts mit dem muffigen Öko-Image gemein, an das man im ersten Moment vielleicht denken würde. Langweilige Oma-Schlüpfer? Fehlanzeige! Tatsächlich sind einige der Teile extrem sexy. Der Anekdot Bow Hi oder die Anekdodt Knickers zum Beispiel. Ich war überrascht, denn das hätte ich von nachhaltiger Unterwäsche echt nicht erwartet. Also habe ich den Test gemacht und mir ein paar Teile bestellt.

Und ich war wirklich begeistert: Das ging schon los, als ich den Briefumschlag mit der Lieferung aus dem Briefkasten fischte. Genau: Schon hier wird an Verpackung gespart. Wozu ein Paket packen, wenn ein Briefumschlag vollkommen ausreicht? Ist der liebevoll mit Stempeln dekorierte Briefumschlag einmal geöffnet, geht es verpackungsfrei weiter: Die Stücke sind einfach in dünnes Papier (natürlich recycelt!) eingewickelt. Das sieht zugleich edel aus und spart Plastikverpackung. Toll, endlich mal ein rundum durchdachtes Konzept! Es gibt nur weniges, was mich so sehr ärgert, wie nachhaltige Produkte, die in Plastik verpackt werden.

Die Stoffe selbst fühlen sich übrigens hinreißend an, ganz weich und anschmiegsam, einfach so, als würde man sich etwas wirklich Gutes tun. Und ein süßes Goodie gab es noch dazu: die weltweit ersten fairen Haargummis aus Bio-Baumwolle von Degree Clothing. Auch darüber, dass meine Haargummis nicht fair sind, habe ich mir ehrlicherweise noch nie Gedanken gemacht. Also vielen herzlichen Dank dafür!

Für mich ein rundum gelungener Test, der einen weiteren Aspekt meines Lebens ein bisschen nachhaltiger macht.

*Disclaimer: Dieser Artikel spiegelt nur meine persönliche Meinung wider und ist nicht Teil einer Kooperation – weder bezahlt noch unbezahlt. Alle Produkte habe ich zum vollen Preis selbst erstanden.*