Microgreens – Was wächst denn da auf meiner Fensterbank?

Es gibt ja diese Ideen, die überzeugen einen in der Sekunde, in der man von ihnen hört. So ging es mir, als ich auf Arbeit zum ersten Mal von Microgreens hörte. Wie ich in Über mich schon berichtet habe, habe ich das Glück, durch meine Arbeit in einer großen Redaktion immer wieder neue Trends und Produkte vorgestellt zu bekommen. Darunter sind natürlich auch immer mal wieder solche, die mich auch privat vollkommen begeistern und die ich dann hier vorstellen möchte, damit noch mehr Menschen davon erfahren. Microgreens sind genau so ein Trend!

Microgreens sind ein Trendfood aus den USA, das SO neu eigentlich gar nicht ist. Denn dabei handelt es sich eigentlich nur um die Keimpflanzen der verschiedensten Gemüsesorten, denen man mit dem Superfood-Namen einen neuen, hippen Stempel aufgedrückt hat. Während wir sonst die ausgewachsenen Pflanzen von Rauke, Brokkoli, Radieschen und Co. essen, erfolgt hier die Ernte einfach schon im Kindheitsstadium.

Warum Microgreens eine tolle Idee sind

Die Pflänzchen sind so klein, dass man sie in Setzkästchen ganz unkompliziert auf der Fensterbank ziehen kann, und werden noch jung geerntet. Das hat ein paar entscheidende Vorteile, sie stecken nämlich voller Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe, wie uns Niko Rittenau, Ernährungsberater mit Fokus auf pflanzliche Ernährung, erklärte. Von all diesen guten Dingen enthalten sie sogar MEHR als ihre ausgewachsenen Geschwister.

Die Konzentration an Vitalstoffen in den Keimpflanzen ist um ein Vielfaches höher als bei ihren großen Geschwistern, dem ausgewachsenen Gemüse.

Und noch etwas hat Niko Rittenau beobachtet:

Aus ernährungspsychologischer Sicht sind Microgreens interessant, weil sie uns dazu bringen, uns über das reine Kaufen, Zubereiten und Essen hinaus, mit unserer Nahrung zu beschäftigen. Durch das Heranziehen von Pflanzen und das Zuschauen beim Wachsen konnte ich bei vielen Menschen ein allgemein verbessertes Essverhalten feststellen.

Na, das klingt doch erstmal sehr vielversprechend!

An die Saatpads, fertig – los!

Mein erstes Microgreens-Experiment war das Pflanz-Set von HEIMGART. Die machen das Indoor Farming ganz einfach, verzichten dabei vollständig auf Erde (weniger Nitrate in unserer Nahrung!), verwenden stattdessen bio-zertifizierte Saatpads aus Naturvlies und Leinendocht, sind kompostierbar und werden in Zusammenarbeit mit den Behindertenwerkstätten des Deutschen Roten Kreuzes in Potsdam hergestellt. So viele gute Gründe also, das Set zu Hause gleich auszuprobieren. Und das habe ich natürlich gemacht:

Das Starterkit von HEIMGART enthält Folgendes:

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In den ersten Tagen müssen die Saatpads im Dunkeln sprießen. Dafür gibt es in jeder Saatpad-Packung eine Abdeckung.

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Nach zwei Tagen klopfen die ersten Keimpflanzen schon von unten gegen die Abdeckung, aber ein wenig müssen sie sich noch gedulden…

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Am dritten Tag bahnen sich die Mini-Pflänzchen endlich ihren Weg ans Licht. Jetzt ist die Zeit gekommen, die Abdeckung zu entfernen, damit sich die Microgreens im Sonnenlicht grün färben. Je nach Sorte kann es aber 5 bis 15 Tage dauern, bis die Ernte beginnen kann.

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Die Ernte kann beginnen!

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Mein Fazit zu den Microgreens von HEIMGART

Das Pflanzen der Microgreens ist wirklich kinderleicht und ich glaube tatsächlich, dass stimmt, was die Macher von HEIMGART sagen: Einen grünen Daumen braucht man hierfür nicht. Genau in der versprochenen Zeit strecken die ersten Keime ihre Köpfe aus dem Kästchen und schon nach drei Tagen kann mit der Ernte begonnen werden.

Bisher habe ich die Microgreens von Brokkoli und Radieschen getestet und sie zum Beispiel aufs Butterbrot, auf Frischkäse und über Salat gestreut. Das hat schon super geschmeckt! In Zukunft soll es von Kochbuchautorin Sophia Hoffmann viele leckere, vegane Rezepte mit den Microgreens geben, die ich dann natürlich auch gerne ausprobieren werde.

Meine erste Charge ist jetzt aufgebraucht, jetzt kann ich den Inhalt einfach kompostieren, die Porzellanschale in der Spülmaschine reinigen und weitere Pads ausprobieren. Das Starterkit kostet 29,95 Euro, die Nachfüllpads sind für 1,99 Euro das Stück erhältlich und halten sich dann sehr lange. Man kann also ruhig auf Vorrat kaufen.

Für mich ist das eine rundherum runde Sache!

DISCLAIMER Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich meine private, persönliche Meinung wider und ist weder bezahlt noch Bestandteil irgendeiner Kooperation.

21 Kommentare zu „Microgreens – Was wächst denn da auf meiner Fensterbank?

Gib deinen ab

    1. Nein, ich stelle immer mal wieder Dinge vor, die mir gefallen und mich inspirieren – und die zu meinem neuen, nachhaltigeren Leben passen. Das können Produkte oder Ideen oder Projekte sein.

      1. Danke dir 🙂 Du meinst zu einem nachhaltigeren Leben? Das spielt schon ein paar Jahre eine Rolle bei mir, wird mir aber immer, immer wichtiger und ich entdecke so viel Neues und möchte es gerne teilen und inspirieren. Schreiben ist da der natürlichste Weg für mich!

      2. ja, ich meine zu einem nachhaltigerem leben. ich freue mich auf weitere postings von dir. das produkt hier, also diese pflanzpads, ist jedenfalls schon interessant. danke dir und einen schönen abend.

    2. Ich habe auf deinen Hinweis hin noch einmal am Text gearbeitet. Du hast Recht, dass das so verstanden werden könnte. Das ist aber nicht der Zweck dieses Blogs und ich möchte keinen falschen Eindruck erwecken. Ich möchte das Thema ganzheitlich und objektiv, aber mit Herz und Begeisterung. Also lieben Dank dir! 🙂

      1. gern geschehen. wenn man produkte gut findet und sie vorstellt, ist das ja in ordnung. nur wenn es werblich ist, dann sollte es schon irgendwo dran stehen, finde ich. und da man diese pads ja noch gar nicht kaufen kann, du sie aber schon ausprobiert hast, erweckt es natürlich den eindruck, es sei werblich.

  1. Hallo! Danke für den gut geschriebenen Bericht! Ich war zuerst sehr positiv überrascht was die Wirkung der Keimschale mit dem Edelstahl-Sieb angeht. In der Tat findet man nur sehr schwer so schön aussehende Keimschalen zu kaufen.
    Auf den Zweiten Blick kam mir die Sache dann doch etwas zu sehr um die Ecke gedacht vor (sicherlich ein gut durchdachtes Marketing-Konzept): Ist die Sache mit den Samenpads nicht eigentlich totaler Unsinn und nur eine Maßnahme, dem Anbieter Wiederkäufe zu bescheren? Ähnlich wie bei den Lock-In-Effekten mit den umweltbedenklicken Nespresso-Kapseln? Wieso haben die Hersteller das Keimsieb nicht einfach feiner gestaltet, sodass man einfach jedes Saatgut darauf ausschütten kann? Das wäre günstiger, nicht weniger einfach und man ist nicht an einen Anbieter gebunden. Man könnte sich im Bioladen sogar Saaten von ganz anderen Gemüsesorten kaufen und mal was neues probieren… Für mich unterm Strich dann leider doch kein gutes Produktdesign („Form follows function“). Sollte Heimgart den Vertrieb einstellen, kann man die Schale eigentlich nicht wiederverwerten…
    Hast du dir zwischenzeitlich Mal neue Samenpads nachbestellt?

    1. Lieber Moritz, danke für dein Feedback 🙂 Bisher habe ich noch keine Samenpads nachbestellt. Aus meiner Sicht sind die Saatpads eine sehr saubere (keine Erde in der Küche) Variante, die die Samen optimal mit der richtigen Menge Wasser versorgt. Dadurch ist alles sehr unkompliziert. Sicherlich hast du nicht unrecht, dass das Ganze als System-Geschäft konzipiert wurde – auch wenn ich es so noch nicht betrachtet habe. Aber letztendlich ist es aus meiner Sicht legitim, mit einem Produkt (auch dauerhaft) Geld verdienen zu wollen. Ob es möglich ist, darin auch anderes Saatgut zu züchten, kann ich leider nicht beurteilen. Einen Versuch wäre es vielleicht wert… liebe Grüße!

  2. Hallo!

    Ich ziehe seit Jahren Microgreens und finde es immer wunderbar, wenn jemand diese Idee weitergibt. Die Sets, die es so zu kaufen gibt, würden aber mein Budget sprengen. Ich ziehe die Pflänzchen in alten Lebensmittel-Schalen (zum Beispiel von Fleisch, die transparenten machen das Gießen leichter), die sich ewig wiederverwenden lassen. Auf etwas Blumenerde. Kleinere Microgreens wie Broccoli oder Rucola auch auf Kressesieben. Auch kleinere Lebensmittel-Verpackungen werden bepflanzt und verschenkt, das ist meine „Missionierungs“-Methode 😉 . Als Saatgut verwende ich oft einfach die Bio-Varianten von Lebensmitteln. Alnatura-Produkte keimen häufig sehr gut, regelmäßig verwende ich davon die Beluga-Linsen, Leinsamen und Buchweizen. Sehr empfehlen kann ich Sonnenblumen-Microgreens, die sind lecker und geben so viel Menge, dass man damit Eisbergsalat und Co. ersetzen kann. Mein Saatgut dafür sind die ungerösteten und ungesalzenen Knabber-Sonnenblumenkerne von Dovgan (gibt’s in meinem Kaufland bei den russischen Spezialitäten). Und was ich sonst an Saatgut brauche, bestelle ich (z.B bei Saatzucht Bardowick). Ist vielleicht interessant für alle, denen die Saatpads/Sets zu teuer sind, oder die größere Mengen ziehen wollen. Ich wünsche weiterhin Guten Appetit beim Mini-Grünzeug und hoffentlich noch viele neue Geschmacks-Erlebnisse damit.

    Gruß aus Nordelbien,
    Gesa

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