Kältehilfe – so kannst du Wärme schenken

Eine liebe Freundin von mir hat dieses Wochenende in Hamburg einen Kleidertausch organisiert – eine großartige Idee! Das Besondere: Er fand in den Räumen von Hanseatic Help statt und alle aussortierten Kleidungsstücke, die kein neues Zuhause bei den Teilnehmern gefunden haben, wanderten direkt in die Kleiderspende von Hanseatic Help – und gehen damit an Geflüchtete, Obdachlose, Frauenhäuser und Kinderheime. Eine Win-Win-Situation: Man schafft Platz und Ordnung im Kleiderschrank – und tut zugleich noch etwas Gutes. Ein bisschen schade ist es nur, dass viele von uns gerade vor allem Sommersachen aussortieren, die sie nächstes Jahr nicht mehr tragen wollen.

Denn was Hanseatic Help und andere Hilfsorganisationen jetzt vor allem brauchen, sind warme Wintersachen. Aber nicht nur das: Winterschuhe, dicke, warme Socken, Schlafsäcke und Zelte sind ebenfalls Mangelware – und werden doch so dringend gebraucht (hier schreibt Hanseatic Help, welche Sachspenden gerade dringend benötigt werden). Denn jetzt wird es so richtig kalt.

Wärme schenken – wie geht das?

Was kann man also tun, um den Menschen, die nicht das Glück haben, jede Nacht in einem warmen Bett und sicher und geborgen in den eigenen vier Wänden zu schlafen, ein wenig Schutz gegen die Kälte zu bieten? Das habe ich mich gefragt – und ein paar Antworten gefunden. Dabei habe ich mich auf die beiden Städte konzentriert, die ich kenne – Berlin und Hamburg – aber das lässt sich auch auf viele andere Städte in Deutschland übertragen.

Für die Kältehilfe spenden

Viele Städte bieten eine Kältehilfe an. Sie soll obdachlosen Menschen eine schnelle und unbürokratische Übernachtungsmöglichkeit bieten, wenn es draußen kalt ist. Das Angebot umfasst Beratungsstellen, Notübernachtungen, Nachtcafés und Suppenküchen – eben alles, was verhindert, dass die Menschen draußen erfrieren. Hier geht es zur Berliner Kältehilfe und zum Mitternachtsbus der Diakonie Hamburg, der jeden Abend zu den Schlafplätzen der Obdachlosen fährt. Die ehrenamtlichen Mitarbeitern bringen heiße Getränke, Brot, warme Decken und Kleidung mit, aber auch menschliche Wärme und Anteilnahme.

Warme Kleidung spenden

Fast jeder von uns hat im Schrank noch Wintersachen, die er in diesem Winter garantiert nicht tragen wird. Weil sie ein bisschen aus der Mode gekommen sind oder weil man sich daran satt gesehen hat oder weil sie einfach nicht mehr richtig sitzen. Perfekt, denn andere Menschen freuen sich darüber. In Hamburg nimmt Hanseatic Help die Sachspenden entgegen, in Berlin ist es die Berliner Stadtmission. Eine Google-Suche hilft, die passende Kältehilfe für deine Stadt zu finden.

Hilfsprojekte finanziell unterstützen

Der wohl schnellste und einfachste Weg sind Geldspenden. Sie ermöglichen es, den Helfern, ihre Arbeit zu tun. Ich selbst unterstütze jetzt das dritte Jahr in Folge ein Hamburger Kältehilfs-Projekt über betterplace.org. Genauer: den Mitternachtsbus der Diakonie. Zur Zeit wird über betterplace Geld für Schlafsäcke gesammelt, aber auch für warme Socken, Decken gegen die Kälte, Unterwäsche, warme Kleidung und Isomatten wurde in diesem Projekt schon gespendet.  Das Ziel für die Schlafsäcke (15 Euro pro Stück, insgesamt benötigt: 1.500 Euro) ist bald erreicht. Wer also noch helfen will, kann das gleich tun.

Doch Projekte wie dieses gibt es viele – und zwar überall in Deutschland. Hier gibt es eine Übersicht über alle aktuellen Spendenprojekte in der Kältehilfe auf der Spendenplattform. Die Projekte sind regional und haben einen sehr klar definierten Verwendungszweck für die Spenden. So wisst ihr genau, was mit eurem Geld passiert.

Das höchste Gut: Zeit spenden

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann – die Königsdiziplin! – auch vor Ort helfen und warme Decken, Kleidung, Lebensmittel und warme Getränke austeilen oder sich in den Notunterkünften engagieren. Diese ehrenamtlichen Helfer haben meinen tiefsten Respekt. In Hamburg geht das zum Beispiel im Förderverein Winternotprogramm, wo immer Unterstützung bei der Essenszubereitung gebraucht wird. In Berlin könnt ihr bei Laib und Seele Essen für die Berliner Tafel ausgeben oder ehrenamtlich bei der Berliner Stadtmission mitarbeiten.

Wenn das nichts für euch ist, könnt ihr schon helfen, indem ihr euch die Nummer des Kältebusses in eurer Stadt im Handy abspeichert und den Bus ruft, wenn ihr in einer kalten Nacht obdachlose Menschen seht, die Hilfe brauchen. In Berlin ist das die Nummer 0178/ 523 58-38. In Hamburg erfüllt der Mitternachtsbus diese Aufgabe NICHT. Für gefährdete Obdachlose gibt es aber eine Hotline der Sozialbehörde. Die Nummer 040 42828-5000 ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Ansonsten gilt: Wenn obdachlose Menschen dringend Hilfe benötigen, immer die 112 anrufen.

Ich selbst möchte in diesem Jahr noch stärker darauf achten und sehen, was ich erübrigen kann, um zu helfen. Wie ist es mit euch?

Kennt ihr noch mehr Projekte, die man gut unterstützen kann, oder wisst, wo gezielt Hilfe gebraucht wird?