Regional einkaufen: Das Wochenmarkt-Experiment

In meinem Artikel mit Ideen, den eigenen CO2-Fußabdruck zu verbessern, habe ich mir vorgenommen, einmal zu schauen, wie weit man in Hamburg kommt, wenn man so viel wie möglich auf Wochenmärkten kauft. Dafür habe ich eine Liste der Wochenmärkte in meiner Umgebung erstellt, mit der ich bei Bedarf jeden Tag frisch einkaufen gehen kann.

Wenn man einmal recherchiert, ist es überraschend, wie viele Wochenmärkte es in Hamburg überhaupt gibt – und wie viele man davon relativ unkompliziert erreichen kann. Einziges Manko: die Öffnungszeiten! Die meisten Märkte haben wochentags am Vormittag geöffnet. Welcher berufstätige Mensch soll da einkaufen gehen können? Da ich inzwischen im Mutterschutz bin, ist das für mich nun kein Problem mehr. Seltsam ist es trotzdem… Ich gehe davon aus, dass mehr Menschen die Gelegenheit nutzen würden, würden die Märkte nicht schon um 13 Uhr schließen.

Hier nun meine persönliche Liste für Wochenmärkte in Hamburg:

  • Montag 8:00 – 13:00 Uhr Wandsbek Markt
  • Dienstag 8:30 – 13:00 Uhr Wiesendamm am Bhf Barmbek
  • Mittwoch 8:30 – 13:00 Uhr Straßburger Platz
  • Donnerstag 8:30 – 13:00 Uhr Hartzloh (Rübenkamp)
  • Freitag bis 18:00 Uhr Vogelweide
  • Samstag 8:30 – 13:00 Uhr Goldbekufer und Volksdorf 8:00 – 13:00 Uhr

Tag 1: Montag auf dem Wochenmarkt Wandsbek Markt

Meine Idee war, den Einkauf gleich mit einem Spaziergang zu verbinden. In diesem Fall hat er sich gelohnt: Etwa eine halbe Stunde habe ich für knapp 5 Kilometer gebraucht – und war dann fix und fertig. Der Markt selbst ist leider sehr, sehr klein, sodass ich nicht weiß, ob er den Weg wirklich lohnt. Die Auswahl war in Ordnung, ich kenne aber von anderen Märkten eine schönere Atmosphäre.

Bekommen habe ich trotzdem fast alles, was ich wollte: eine Salatgurke, 750 Gramm Spinat, 6 Tomaten, 1 Blumenkohl, 10 süße Zwetschgen und 700 Gramm Kartoffeln für 12 Euro. Dazu noch ein Brot vom Bäcker um die Ecke. Leider wurde das Brot in Plastik verpackt und auch auf dem Wochenmarkt bekam ich, allen Versuchen, Stoffbeutel zum Einsatz zu bringen, zum Trotz zwei grüne Plastiktüten ausgehändigt. Milch- und Wurstprodukte mussten als unerledigte Posten auf der Einkaufsliste bleiben. Ich bin gespannt, ob ich sie noch bekommen kann, ohne schließlich doch in den Supermarkt zu müssen.

Spannend hinterher: Das ganze frische Obst und Gemüse so lagern, dass es sich möglichst lange hält. Tomaten zum Beispiel am besten locker in einer Schale, Spinat in ein feuchtes Tuch gewickelt im Kühlschrank, Blumenkohl ohne Blätter im Gemüsefach, Salatgurke bei Zimmertemperatur… Wisst ihr immer, wie ihr eure Lebensmittel lagern müsst?

Erste Erkenntnis: Auf dem Wochenmarkt einkaufen und die Einkäufe dann richtig lagern, dauert seine Zeit. Da ist man insgesamt wirklich den halben Tag mit der Beschaffung von Essen beschäftigt. Das hat etwas sehr Ursprüngliches…

Tag 2: Freitag auf dem Wochenmarkt an der Vogelweide

Ich bin beeindruckt, wie lange ich mit meinen Einkäufen vom Montag ausgekommen bin. Zwischendurch musste ich nur einen Zwischenstopp bei Rewe einlegen, um ein paar Milchprodukte zu besorgen. Am Montag hatte ich dazu keine Gelegenheit, weil es keinen entsprechenden Stand gab, auf anderen Märkten ist mir aufgefallen, dass es schwierig ist, Milchprodukte zu bekommen, die nicht aus Rohmilch gefertigt sind. Das ist in der Schwangerschaft leider ein Problem. Worüber ich mich besonders freue: Ich habe alles aufgebraucht und keine Lebensmittel wegwerfen müssen. #eatupchallenge

Am Freitag war es dann wieder Zeit für meinen persönlichen Wohlfühlmarkt: Auf dem Wochenmarkt an der Vogelweide in Hamburg fühle ich mich nämlich sehr zu Hause. Ich kenne die Gemüsehändler vom Demeter-Hof, mit denen ich häufig plaudere und Ideen für die Zubereitung einzelner Obst- und Gemüse-Sorten austausche, und ich habe mich riesig gefreut, dass der Blumenhändler nach einer langen, krankheitsbedingten Pause zurück war. Weil wir am Wochenende Besuch bekamen, war die Einkaufsliste entsprechend lang und ich legte auch beim Fleischer einen Zwischenstopp ein.

Insgesamt 45 Euro habe ich für viel frisches Gemüse, Eier, Wurst-Aufschnitt und einen Blumenstrauß ausgegeben – und davon konnten wir uns zu viert das ganze Wochenende ernähren. Von dem, was übrig geblieben ist, habe ich Montag und Dienstag noch gekocht. Nur Käse gab es leider wieder aus dem Supermarkt.

5 Kommentare zu „Regional einkaufen: Das Wochenmarkt-Experiment

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  1. Als Wochenmarktsfan bin ich gespannt auf die weiteren Einkäufe!
    In der Tat würde ich mir ebenfalls wünschen wenn die Märkte Öffnungszeiten haben, die Berufstätigen entgegenkommen. Hier in Bonn hat der Hauptmarkt bis 18:00 offen und neuerdings gibt es Donnerstags einen Feierabendbauernmarkt. Insgesamt sehe ich, daß es generell zaghafte Versuche in Deutschland gibt die Öffnungszeiten zu ändern, doch weiß ich nicht wie erfolgreich diese Versuchen sind.

  2. Als Wochenmarktsfan bin ich gespannt auf die weiteren Einkäufe!
    In der Tat würde ich mir ebenfalls wünschen wenn die Märkte Öffnungszeiten haben, die Berufstätigen entgegenkommen. Hier in Bonn hat der Hauptmarkt bis 18:00 offen und neuerdings gibt es Donnerstags einen Feierabendbauernmarkt. Insgesamt sehe ich, daß es generell zaghafte Versuche in Deutschland gibt die Öffnungszeiten zu ändern, doch weiß ich nicht wie erfolgreich diese Versuchen sind.

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